Computerspiel-Wettbewerb in Karlsruhe findet statt

Trotz Bedenken des baden-württembergischen Innenministers nach dem Amoklauf von Winnenden hat sich die Karlsruher Stadtverwaltung entschlossen, die für den 5. Juni geplante E-Sport-Veranstaltung nicht abzusagen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 169 Beiträge
Von
  • Andreas Wilkens

Der Computerspiel-Wettbewerb Intel Friday Night Game der Electronic Sports League am 5. Juni in der Karlsruher Schwarzwaldhalle wird nicht abgesagt. Dazu habe sich Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU) trotz Bedenken des baden-württembergischen Innenministers Heribert Rech (CDU) entschlossen, nachdem er sich mit Fachleuten und mit der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) beraten hatte, berichtet das lokale Magazin ka-news. Die Bundeszentrale wird mit einer LAN-Party für Eltern auf der Veranstaltung vertreten sein, dies habe den Ausschlag für die Entscheidung gegeben.

Die Karlsruher Veranstaltung, für die Wettbewerbe in Spielen wie Warcraft und Counter-Strike geplant sind, sollte eigentlich am 27. März in Stuttgart stattfinden, sie war dort aber nach dem Amoklauf von Winnenden abgesagt worden. Rech hatte vor Kurzem die Absage gerechtfertigt und war für ein generelles Verbot von "Ballerspielen" eingetreten. Die bayerische Landesregierung will die Verbreitung von "Killerspielen" eindämmen. Sie fordert eine Überarbeitung der Kriterien bei der Bewertung der Altersfreigabe von Computerspielen und will Auszubildende als Testkäufer einsetzen. Einen Monat nach der Absage von Stuttgart war auch in Nürnberg eine für den 29. Mai geplante Intel Friday Night abgesagt worden. Diese soll stattdessen in Hannover stattfinden.

Mit den Eltern-LANs sollen Eltern und Pädagogen bei der Auseinandersetzung mit der Computerspielerei ihrer Kinder und Schüler unterstützt werden, erläutert die BPB. Sie erhalten eine medienpädagogische Einführung zu Computerspielen, sollen Berührungsängste mit dem Medium Computer abbauen und selbst Computerspiele ausprobieren. Auch wird ihnen die Gelegenheit geboten, einen E-Sport-Spieltag mitzuerleben. Diese Initiative wird laut dem Bericht von der Karlsruher Stadtverwaltung begrüßt.

Siehe dazu auch:

(anw)