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Computex: AMD zeigt System mit vier Hammer-CPUs

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Auf der Computermesse Computex, die am heutigen Montag in Taipeh startet, präsentierte der Chiphersteller AMD seine 64-Bit-Prozessoren der Hammer-Familie und zeigte ein Demosystem mit einem Vierfach-Opteron, das unter einem 64-Bit-Linux von SuSE lief. Es arbeitete als Webserver, ohne dass AMD weitere Angaben zum Takt machte oder geschwindigkeitsrelevante Anwendungen zeigte.

Einige neue Details zum Opteron gab AMD bekannt: Demnach umfasst der Instruction- und Data-Cache jeweils 64 KByte, insgesamt hat der Opteron also 128 KByte L1-Cache. Der L2-Cache soll bei einigen Hammer-CPUs bis zu 1 MByte groß sein. Alle Hammer haben einen integrierten Memory-Controller, der beim Opteron als Zweikanal-DDR-Interface mit einer theoretischen Bandbreite von 8,4 GByte/s mit PC2100- und 10,8 GByte/s mit PC2700-Modulen ausgelegt ist. An neuen Befehlen bietet AMD die Befehlssatzerweiterung x86-64, erweitert aber auch die SSE-Einheit um die beim Pentium 4 eingeführten SSE2-Befehle. Nach außen kommuniziert der Opteron über drei Hypertransport-Kanäle, die laut AMD jeweils maximal 6,4 GByte/s transferieren können; bis zu acht Opteron-Prozessoren lassen sich ohne Kommunikations-Chips direkt per Hyperlink vernetzen. AMD stellt den Opteron in einem 0,13-µm-SOI-Prozess in der Fab30 in Dresden her. Das Gehäuse im OPGA-Format mit 754 Pins hat einen integrierten Heat-Spreader (IHS); die 8-CPU-Version kommt in einem CPGA-Gehäuse mit 940 Pins.

Die Verbesserungen des Hammer im Vergleich zum aktuellen Athlon sollen laut AMD zu einer Leistungssteigerung von 25 Prozent führen; der integrierte Memorycontroller soll dazu 20 Prozent und weitere Verbesserungnen am Prozessorkern 5 Prozent beitragen.

Die gezeigten Demo-Boards veranschaulichten vor allem die Unterstützung der Chipsatz- und Mainboard-Hersteller. Als Chipsätze stehen demnach nicht nur AMDs eigener Chipsatz bereit, sondern auch Ali (M1687), Nvidia (nForce 2), SiS (SiS755) und VIA (K8-Familie) unterstützen die Hammer-Plattform. Weiterhin wurde ATI als Chipsatz-Hersteller genannt, doch war kein Demoboard zu sehen. Spezielle Server-Chipsätze von Spezialisten wie ServerWorks seien laut AMD gerade nicht notwendig, weil der Opteron die dafür wichtigen Funktionen wie den Memorycontroller und die Kommunikation zwischen den Prozessoren integriere. Boards waren von Asus (K8M), FIC (MB31, Micro-ATX), Gigabyte (GA-K8A) und Microstar (MS-6589) ausgestellt; weitere Boards sind bei weiteren Herstellern wie Abit (K8) oder Elitegroup zu finden. Alle bieten zwei Speicher-, bis zu sechs PCI-Slots und einen AGP-Slot. Einige haben ein 10/100-MBit-LAN integriert oder bieten USB 2.0. Alle gezeigten Boards nutzen den AMD-8000-Chipsatz und sind nur für Einprozessorsysteme konzipiert.

Zur Zeitplanung ließ AMD nichts Neues verlauten: Der Opteron soll im ersten Halbjahr 2003 ausgeliefert werden. Den Single-Prozessor Clawhammer will AMD im vierten Quartal ausliefern, vermutlich weiter unter dem Markennamen Athlon. Unter diesem Label liefert AMD derzeit den Palomino-Kern aus, in Kürze soll der Thoroughbred-Kern folgen. Der Gerüchten zufolge eingestellte Barton-Kern steht weiterhin auf der AMD-Roadmap, und zwar für das zweite Halbjahr 2002. Ebenfalls auf der Roadmap steht ein Dual-Athlon (Athlon MP) mit Barton-Kern, der im ersten Halbjahr 2003 erscheinen soll, also parallel zum Opteron. Im Unterschied zur Hammer-Familie werden die Prozessoren mit dem Barton-Kern wohl in vielen aktuellen Sockel-A-Mainboards laufen.

Bisher hatte AMD schon Demos von Hammer-Systemen mit einem oder zwei Prozessoren gezeigt, die mit einer 64-Bit-Version von Microsoft Windows liefen. (jow)