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Computex: Board-Notizen aus Taipeh

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Neben den großen Themen Tualatin und Pentium 4 sollen auch die kleinen Fortschritte auf dem Mainboard-Markt den Lesern von heise online nicht vorenthalten werden: Erfreulich ist der Trend, dass immer mehr Hersteller endlich einen LAN-Anschluss auf ihre Boards packen. Einige nutzen dazu den in vielen modernen Southbridges integrierten MAC (Media Access Controller).

*** Die von VIA im April angekündigte Southbridge VT8233C mit einem von 3Com stammenden MAC war nirgends zu finden. Nur die Vorgängerversion VT8233 mit hauseigenem MAC sitzt auf den Boards mit KT266- oder Pro266/T-Northbridge. Einige Hersteller wie Gigabyte setzen trotz LAN-fähiger Southbridge einen kompletten Netzwerk-Chip (meistens von Realtek) auf ihre Boards, was sie damit begründen, dass dieser samt MII-Baustein (Media Independent Interface) weniger kostet als der für die Southbridges notwendige MII.

*** Bei allen neuen Pentium-4-Boards nutzt ABit den Platz an der ATX-Blende besser aus und stellt dort drei statt der üblichen zwei USB-Ports zur Verfügung. Diese sehr sinnvolle Erweiterung sollte auch bei anderen Board-Familien und Herstellern Schule machen.

*** ACorp hat nach eigenen Angaben einen deutschen Vertrieb gefunden. Damit könnten Boards wie das 6A815EPD, ein Dual-Board mit dem i815-Chipsatz für Intel-Prozessoren, bald auch hier zu Lande einfach zu bekommen sein.

*** Eines der beliebtesten KT133A-Boards, das A7V133 von Asus bekommt Nachwuchs: Das A7V133-C kommt ohne RAID-Chip und daher etwas billiger in den Handel. Im September soll das A7M266-D mit dem Dual-Athlon-Chipsatz AMD760MP erscheinen. Im Unterschied zu der Server-Lösung von Tyan soll es mit einem handelsüblichen Netzteil auskommen und ohne teure Onboard-SCSI- und Netzwerk-Chips ausgestattet sein. Damit zielt Asus eher auf den sprichwörtlich ambitionierten Bastler sowie High-End-Desktop-Systeme als auf den Workstation/Server-Markt.

*** Noch recht selten sind Mainboards mit Vierkanal-Sound, wobei der Line-In-Stecker als zusätzlichen Ausgang funktioniert. Doch Chaintech geht schon einen Schritt weiter und realisiert Onboard-Sound mit sechs Audiokanälen. Den fünften und sechsten Kanal führt Chaintech über ein beiliegendes Slotblech mit zwei Audiosteckern nach außen.

*** Iwill wendet sich bei der RAID-Integration vom bisher genutzten AMI-Chip ab und verbaut auf den neuen Boards wie dem KT266Plus-R mit VIA KT266 den Highpoint HPT370. Dieser ist laut Marketing Manager S.S. Chang beim RAID 1 (Mirroring) zwar etwas kritischer als der AMI-Chip, aber beim geschwindigkeitssteigernden RAID 0 (Striping) arbeite er deutlich schneller.

*** Jetway gehört zu den ersten Herstellern, die ATIs Einstieg in den OEM-Markt mitmachen und eine Grafikkarte mit dem Radeon-Chip anbieten. Eine lauffähige Karte war auf dem Stand zu sehen, doch zu Preisen und Verfügbarkeit konnte Jetway noch nichts sagen.

*** MSI gibt ein paar Termine bekannt: Im Juli sollen die Samples des MS-6367 mit NVidias nForce-Chipsatz (Crush) verfügbar sein, sodass sich endlich zeigen wird, welche Performance aus einem Dual-Channel-DDR-Interface herauszuholen ist. Ein Board mit dem AMD-760MP für Dual-Athlon-Systeme will MSI im September zeigen. Die schon länger geplante Unterstützung von USB 2.0 verzögert sich allerdings: Das Layout von Boards wie dem K7T 266Pro sieht zwar schon einen 2.0-fähigen USB-Chip vor, doch in diesem Jahr ist laut MSI nicht mehr mit diesem Chip zu rechnen.

*** Ein All-In-One-Mainboard im FlexATX-Format bietet Shuttle an: Das FV24 unterstützt den Intel Coppermine (Pentium III und Celeron) und nutzt dazu VIAs PL133-Chipsatz mit integrierter Grafik samt TV-Out. Neben den üblichen Merkmalen wie Sound und vier USB-Ports finden sich ein 10/100-MBit-Anschluss und drei FireWire-Ports (IEEE 1394) auf dem Board. Zusätzlich zu den zwei DIMM-Slots bleibt allerdings nur Platz für ein PCI-Slot. (jow/c't)/ (em)