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Conan Exiles angespielt: Überlebenskünstler

Hyboria, unendliche Weiten. Nach Age of Conan versucht sich Entwickler Funcom mit Conan Exiles erneut an der Fantasy-Welt des Kultautors Robert E. Howard. In der Early-Access-Version hinterlässt das Survival-Abenteuer noch einen spröden Eindruck.

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Zu Beginn von Conan Exiles hänge ich irgendwo in einer trostlosen Wüste an einem Kreuz. Anders ausgedrückt: Es ist Zeit für die Charaktererstellung. Geschlecht, Volk, Religion und sogar die Größe meines Geschlechtsteils wähle ich aus. Nachdem diese Pflicht erledigt ist, werde ich plötzlich vom titelgebenden Conan befreit und darf mich alleine durchschlagen. Das ist gar nicht so einfach, denn ein Tutorial fehlt in der Early-Access-Version des Open-World-Abenteuers. Offensichtlich verlassen sich die Entwickler darauf, dass ich mit Spielen wie Minecraft oder zuletzt Ark bereits Genre-Erfahrung gesammelt habe. Schade.

Letztendlich läuft die Spielmechanik auf zwei Dinge hinaus: Sammeln und Craften. Einsam trabe ich los, pflücke Pflanzen, sammele Steine und Äste, um Kleidung und bessere Ausrüstung herzustellen. Für jede Aktion gibt es Erfahrungspunkte und bei einem Levelaufstieg verteile ich Charakterpunkte und lerne sogenannte Rezepte. Jetzt wird es interessant.

Die Rezepte sind das Herzstück des Spiels. Durch sie lerne ich, wie ich Werkzeuge und Waffen herstellen oder Mauern errichten kann. Meist benötige ich als Bedingung für ein Rezept ein weiteres, deshalb muss ich meinen Aufstieg zum künftigen Herrscher strategisch planen. Während ich also herumexperimentiere, übersehe ich, dass mein Wasservorrat zu Ende ist und verdurste. Irgendwo in der Wüste werde ich wiedergeboren.

Jetzt beginnt einer der spannendsten Momente des Spiels: Finde ich meine Leiche und meine Ausrüstung rechtzeitig, bevor ich erneut verdurste? In der eintönigen Wüstenlandschaft gibt es nur ein paar Ruinen als Orientierungspunkte. Mehrmals verirre ich mich und muss mit dem Crafting ganz von vorne anfangen. Frustrierend, aber ein spannender Wettlauf mit der Zeit.

Glücklicherweise übernehme ich bei jedem Anlauf meinen Level und arbeite mich langsam zu einer Oase heran. Endlich wird die Landschaft bunter und abwechslungsreicher. Ein großer See und Wiesen sind zu sehen, auf denen Wild herumstreunt. Die Jagdzeit beginnt, aber ich muss aufpassen. Krokodile und Ureinwohner machen mir das Leben schwer. Die Kämpfe sind von ernüchternder Schlichtheit: Ausweichen und Draufhauen, mehr gibt das Kampfsystem nicht her. Am Ende kann es schon mal passieren, dass der Gegner blutig zerstückelt vor euch liegt. Für Finesse ist hier kein Platz.

Nachdem ich wieder ein paar Tode gestorben bin, kann ich mir endlich ein Haus bauen. Das ist eingängig gelöst: Grundstein legen, Wände hochziehen und die Tür nicht vergessen. Kreative Baumeister werden sich später an den zahlreichen Bauelementen austoben dürfen. Von anderen Landschaften, der bunten Tierwelt, den großen Städten oder Belagerungswaffen habe ich noch lange nichts gesehen. Ob ich es gut finden soll, dass ich mir später eigene Sklaven zulegen darf? Ich weiß es noch nicht. Aber ich ahne nach diesen ersten Spielstunden, dass mein Weg zum Herrscher lang und schwer wird.

Conan Exiles von Funcom ist bisher eher ein Versprechen als ein komplettes Spiel. Typisch für einen Early-Access-Titel knarzt die gute Spielidee an allen Ecken und Enden. Die Grafik ist unspektakulär und die Kampf-Animationen sind aktuell kaum vorhanden. Besonders alleine ziehen sich deshalb die ersten Spielstunden in die Länge. Allerdings dürfte sich das mit einem gut eingespielten Clan schnell ändern. Mir macht auch das Engagement der Entwickler Hoffnung. Seit dem ersten Tag patchen sie das Spiel und fügen neue Inhalte hinzu. Geduldige Fans von Survival-Abenteuern wie Ark sollten Conan Exiles deshalb im Auge behalten.

Conan Exiles erscheint in fertiger Fassung Anfang 2018 für PC, Xbox One und Playstation 4. Für unser Angespielt haben wir die Early-Access-Version ein paar Stunden auf dem PC gespielt. (Andreas Müller) / (dahe)

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