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Continental eHorizon: Die Cloud fürs Auto

Mit aktuellen Informationen zum Zustand jedes Meters Straße sollen Fahrer und Fahrassistenten künftig sicherer, sparsamer und bequemer unterwegs sein. Die Daten dazu liefern die Autos selbst.

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Continental eHorizon

(Bild: Continental AG)

Der Auto-Zulieferer Continental plant eine riesige Big-Data-Anwendung in der Cloud namens eHorizon. Sie soll aktuelle Informationen zum Zustand jedes Straßenabschnitts vorhalten. Als Sensoren dienen in diesem Konzept die Autos selbst, von denen immer mehr Kameras und viele andere Sensoren enthalten. Damit können sie wechselnde Tempo-Limits ebenso erkennen wie Bau- und Unfallstellen oder Glatteis. Fahrzeuge mit eCall oder vernetztem Infotainment können solche Daten per Mobilfunk übertragen. Über diese Verbindung erhalten sie vom Backbone dann Informationen zu den vor ihnen liegenden Streckenabschnitten. Das Ganze ist vergleichbar mit dem Sammeln von Online-Verkehrsinformationen mit Handys und Navis.

Die Sensoren des Autos erfassen Daten wie aktuelle Tempolimits, ...

Mit den gesammelten Informationen können Fahrer und Assistenzsysteme vorausschauend fahren, was den Verbrauch senkt und die Sicherheit erhöht. Continental hat mit einer statischen Variante von eHorizon für den Güterverkehr namens CV Cruise Control bereits Erfahrung gesammelt: In der Praxis führte es zu einer Verbrauchssenkung von drei Prozent. Es wurde in diesem Jahr von MAN in die Serie übernommen. Erste Dienste von eHorizon, wie Kurven- oder Ampel-Assistent soll es 2016 geben. Der vollständige Funktionsumfang, zu dem auch Dienste wie City-Maut zählen, soll 2020 fertig sein.

... senden diese in die Cloud, ...

Lange wird schon über die Vernetzung von Autos untereinander (Car-2-Car) und mit anderen Systemen (Car-2-X) geredet. Continental hält die Zeit nun für reif, da immer mehr Fahrzeuge einen Online-Zugang haben und immer mehr Sensoren verbaut werden. Letztere haben üblicherweise einen Horizont von rund 300 Metern. eHorizon soll diesen erweitern und den aktuellen Zustand des gesamten Weges kennen. Diese Informationen gibt es an die Fahrzeuge weiter, die dort unterwegs sind. Das Autofahren soll dadurch sicherer, effizienter und bequemer werden.

von wo die Informationen an andere Fahrzeuge gemeldet werden.

Continental arbeitet bei eHorizon mit IBM und Cisco zusammen. Zu den größten Aufgabe bei der Entwicklung zähle es, den Datenstrom aufs Nötigste zur reduzieren. Die Daten sind in vier Schichten aufgeteilt. Die zugrunde liegende Topologie und feste Beschilderung ändern sich selten, während hochauflösende Kartenbestandteile wie Landmarken und Fahrspurmarkierungen sich häufiger ändern. Am häufigsten müssen Daten zur Wechselbeschilderung oder zur aktuellen Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer Strecke übertragen werden. Pro Auto rechnet Continental mit einem Datenstrom von 1 MBit/s. Diese Daten sollen zunächst in den Backbones der Fahrzeughersteller gesammelt werden. Denen obliegt dann die Anonymisierung, ehe sie die Daten an Continental weiter gibt. (ad)

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