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Contra Apple Pay: Samsung stellt mobilen Bezahldienst Pay vor

Samsungs neuer Bezahldienst heißt einfach Pay und soll sowohl mit NFC als auch mit Magnetstreifenterminals funktionieren. Im Sommer soll Pay in den USA und Südkorea starten.

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Contra Apple Pay: Samsung stellt mobilen Bezahldienst Pay vor

(Bild: Mastercard)

Samsung hat bei der Vorstellung seiner neuen Spitzensmartphones Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge auch einen Einblick in den eigenen mobilen Bezahldienst namens Pay gegeben. Nutzer sollen ihre bestehenden Kreditkarten bei dem Dienst hinterlegen und dann mit dem Smartphone an der Kasse in Geschäften bezahlen können. Dabei verifizieren sie sich den Berichten zufolge über Fingerabdruckscanner, wie sie etwa auch in den neuen Spitzenmodellen eingebaut sind. S6 und S6 Edge sind laut Bericht von Cnet auch die ersten Geräte, die den Dienst unterstützen.

Die Zahlung soll dabei sowohl an Terminals funktionieren, die für den Nahfunkstandard NFC ausgerüstet sind, als auch an Terminals mit Magnetstreifenleser. Verfügt die Kasse über keine NFC-Fähigkeit, soll dabei eine "Magnetic Secure Transmission" genannte Technik des kürzlich übernommenen Anbieters Looppay zu Einsatz kommen: Auf Distanz von wenigen Zentimetern wird ein Signal erzeugt, das jenen Veränderungen des Magnetfelds ähnelt, die entstehen, wenn eine Karte durch das Lesegerät gezogen wird. So kann das Signal des Smartphones vom Lesekopf des Kartenlesers empfangen werden. Dieses Andocken an ältere Infrastruktur dürfte gerade in den USA ein strategischer Vorteil gegenüber Konkurrenten wie etwa Apple Pay und Google Wallet sein. Samsung schätzt, dass weltweit bis zu 30 Millionen Einzelhändler Zahlungen mit Samsung Pay annehmen könnten.

Namhafte Partner sind bereits mit an Bord: Sowohl Visa als auch Mastercard haben bekanntgegeben, dass ihre Kunden Pay nutzen können sollen. Wie beide Anbieter ausführen, kommt auch bei Samsung die Tokenisation zum Einsatz. Die Funktion ersetzt die Kartennummer durch eine eigene Zahlenkette, die anschließend für den Bezahlvorgang verwendet wird – der Nutzer muss seine Kartendaten damit nicht mehr an einen Händler oder Verkäufer weitergeben. Die Token-Funktion ist ebenfalls eine Basiskomponente des Konkurrenten Apple Pay. Visas Token sollen den Kunden europäischer Banken ab April zur Verfügung stehen.

Im Sommer soll Samsungs Bezahldienst in Südkorea und den USA eingeführt werden. Wann weitere Märkte wie Deutschland folgen, ist noch offen. Einer aktuellen Umfrage des Verbands Bitkom zufolge scheint in Deutschland inzwischen das Interesse am bargeldlosen Zahlen per Smartphone steigen – immerhin fast 30 Prozent der Befragten könnten sich das etwa für den Fahrscheinkauf im öffentlichen Nahverkehr vorstellen. (axk)