Conversations: Open-Source-Messenger mit Audio- und Videoanruf

Der Messenger für das dezentrale Chat-Protokoll XMPP bietet in der neusten Version Video- und Audioanrufe an, wenn die beteiligten XMPP-Server mitspielen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 225 Beiträge
Conversations: Open-Source-Messenger mit Audio- und Videoanruf

(Bild: Conversations.im)

Von
  • Keywan Tonekaboni

Passend zum aktuellen Bedarf rüstet der Messenger Conversations die lang ersehnten Funktionen für Video- und Sprachanrufe nach. Conversations ist eine Android-App für das dezentrale Chat-Protokoll XMPP und ist Open-Source.

Im Chatfenster gibt es ab Version 2.8.0 eine Telefon-Schaltfläche, mit der man die Anrufe initiiert. Technisch nutzt Conversations die Jingle-Erweiterung von XMPP. Daher klappen die Video- und Sprachanrufe nicht nur zwischen Conversations-Nutzern, sondern laut Entwickler Daniel Gultsch auch mit Nutzern des sozialen Netzwerks Movim. Mit Einschränkungen klappt dies auch mit dem iOS-Client Siskin und dem XMPP-Messenger für macOS Beagle. Die Entwicklung der neuen Funktion wurde durch die NLnet-Stiftung finanziert.

c't Redakteur Keywan Tonekaboni testet die Videoanruf-Funktion von Conversations mit dessen Entwickler Daniel Gultsch.

Leider reicht es nicht, einen passenden Client wie Conversations zu verwenden. Auch die beteiligten XMPP-Server müssen entsprechend gerüstet sein und STUN sowie TURN über External Service Discovery anbieten. Das ist notwendig, damit die Anrufe auch durch Firewalls und Router mit NAT verbunden werden oder aus Mobilfunknetzen. Die Verbindungen sind dTLS-verschlüsselt und nach Möglichkeit Peer-to-Peer. Wenn die direkte Verbindung an zu restriktiven Netzwerken scheitert, läuft der Anruf über den TURN-Server. Mit dem XMPP Compliance Tester von Conversations.im kann man prüfen, ob die beteiligten Server, also der eigene und jener vom Gesprächspartner, die Voraussetzungen erfüllen.

Im Play Store ist Conversations 2.8.0 bereits erhältlich. Laut Gultsch ist die neue Version auch im Open-Source-App-Store F-Droid eingereicht, aber noch nicht veröffentlicht. Von Conversations gibt es noch eine vereinfachte Version namens Quicksy, die die Telefonnummer zur Identifizierung verwendet. Quicksy-Nutzer müssen sich noch etwas gedulden, da zwar der Client in der Lage wäre, aber der Quicksy-Server noch nicht die External Service Discovery unterstützt.

Lesen Sie auch

(ktn)