Corona-App soll Informationsfluss beschleunigen

Die Deutsche Telekom und die BS Software Development haben eine App entwickelt, über die Laborergebnisse nach einem Abstrich abgefragt werden können.

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(Bild: Deutsche Telekom)

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Wenn bei Patienten mit verdächtigen Symptomen ein Abstrich vorgenommen wird, werden sie nach der Analyse der Probe im Labor benachrichtigt. Eine von der Ulmer BS Software Development entwickelte Corona-App soll dabei den Informationsfluss um vier bis acht Stunden beschleunigen. Sie wird derzeit von 10 Laboren benutzt, die die Ergebnisse in eine Cloud der Deutschen Telekom stellen.

Dort kann der Patient über die App und dem ihm übergebenen QR-Code die Informationen abrufen. "Wir bieten das Verfahren allen Laboren in Deutschland kostenlos an und hoffen, dass sich viele anschließen, um den Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen", so Jürgen Bucher von BS Software Development. Die kostenlose App ist im Google Play Store und im AppStore erhältlich.

Dreh und Angelpunkt der Patienten-App ist der QR-Code, der bei einem Abstrich in der Arztpraxis oder in einem Testzentrum für COVID-19 erzeugt und auf Klebeetiketten doppelt ausgegeben wird. Einen Ausdruck erhält das Labor, das den sogenannten PCR-Test durchführt. Den anderen Code erhält der Patient, der sich mit ihm die App herunterladen kann. Sobald die Befundung abgeschlossen ist, wird das Ergebnis anonymisiert vom Labor aus in die Telekom-Cloud übertragen und der Patient erhält eine Push-Nachricht, dass ein Ergebnis vorliegt.

"Die App ersetzt die zeitintensive telefonische Abfrage der Ergebnisse. Sie hilft damit sowohl Patienten als auch Ärzten und Gesundheitsämtern, die an der Belastungsgrenze und darüber hinaus arbeiten", erklärt Mark Düsener, Gesundheitschef der Deutschen Telekom. Derzeit wird die App von 10 Laboren benutzt und soll nach Angaben der Telekom zum Start rund 20.000 App-Nutzer informieren.

Die Erleichterung einer schnellen Information im Vergleich zur telefonischen Nachfrage birgt jedoch auch Risiken. Von heise online befragte Ärzte weisen darauf hin, dass ein negatives Ergebnis nicht mit einer Immunität verwechselt werden darf. Auch gibt das negative Ergebnis darüber keinen Aufschluss, ob man den COVID-19-Virus schon einmal hatte. Die unter den verdächtigen Symptomen leidenden Nutzer sollten daher nach der Benachrichtigung mit der Arztpraxis telefonieren und sich darüber informieren, welcher Therapieansatz in ihrem Fall sinnvoll ist. (axk)