Corona-Krise: Dramatischer Gewinneinbruch bei Foxconn

Zwar läuft die Produktion bei dem taiwanischen Auftragsfertiger wieder an, doch hat der Shutdown tiefe Löcher in der Bilanz hinterlassen.

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Foxconn ist bekannt vor allem als Hersteller von Apple-Geräten.

(Bild: dpa, David Chang)

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Der taiwanische Auftragsfertiger Foxconn hat wegen des Lockdowns während der Coronavirus-Pandemie einen massiven Gewinneinbruch erlitten. Während der Umsatz im ersten Quartal um 12 Prozent zurückging, schmolz der Nettogewinn auf ein Zehntel des Vorjahreszeitraums, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

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Demnach ist der Umsatz im ersten Quartal auf knapp 930 Milliarden Neue Taiwan-Dollar (rund 28 Milliarden Euro) geschrumpft. Zugleich ging der Reingewinn von 19,8 Milliarden NTD (611 Millionen Euro) im Vorjahr auf nur noch 2,1 Milliarden NTD (65 Millionen Euro) zurück.

Foxconn fertigt Elektronikgeräte und Computer für verschiedene namhafte Marken. Größter Kunde ist das US-Unternehmen Apple, für das Foxconn unter anderem die iPhones zusammenbaut. Foxconn unterhält zahlreiche Fabriken unter anderem in Indien und China. Zahlreiche Standorte mussten wegen der Corona-Krise in den vergangenen Wochen stillgelegt werden.

Die Produktion laufe an den meisten Standorten in China inzwischen wieder normal, sagte Chairman Liu Young-way in einer Telefonkonferenz mit Analysten. In Indien könnte die Produktion schon in der nächsten Woche wieder anlaufen, wenn die Regierung den Lockdown aufhebt.

Doch bleibt die globale Pandemie ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Für das zweite Quartal rechnet Foxconn mit weiterem Umsatzrückgang, allerdings nur noch im einstelligen Prozentbereich. "Im Moment kann ich keinen Ausblick für das zweite Halbjahr anbieten", sagte Liu.

Unterdessen sondiert Foxconns wichtigster Kunde vor dem Hintergrund des gespannten Verhältnisses der USA und Chinas sowie der Corona-Krise seine Alternativen. Apple führt in Indien offenbar Gespräche über die Ansiedlung größerer Teile der iPhone-Produktion. Mit dem Auftragsfertiger Luxshare, der für Apple bisher vor allem iPods produziert, könnte ein Konkurrent für Foxconns iPhone-Produktion erwachsen. (vbr)