Corona-Tracking-Apps mit PEPP-PT: "Entscheidend ist für uns, dass der Datenschutz gewährleistet wird"

Datenschutz gewährleisten

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"Entscheidend ist für uns, dass der Datenschutz gewährleistet wird", sagt Boos. Deshalb habe das Projekt Sicherheitsexperten eingeladen, Penetrationstests zu fahren. "Dabei geht es nicht nur um Fragen der IT-Sicherheit wie der Vertraulichkeit, sondern natürlich um Fragen des Datenschutzes wie der Nicht-Verkettbarkeit", erklärt Boos und sagt: "Wenn wir so weit sind, stellen wir unsere Plattform vor. Das muss jetzt sitzen, sonst könnte Vertrauen verspielt werden. Ohne die Akzeptanz der Nutzer funktioniert das Ganze aber nicht."

An einer Datenschutzfolgenabschätzung wird gerade gearbeitet und die Projektbetreiber gehen davon aus, dass der Bundesdatenschutzbeauftrage wie auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Lösung prüfen und testen werden. "Wir legen großen Wert darauf, dass alles DSGVO-konform und sicher ist,“ sagt Boos.

Der Internetverband eco kündigte an, den Einsatz einer datenschutzkonformen Tracking-App unterstützen zu wollen. Er hat der Bundesregierung angeboten, die Verbreitung und Bewerbung der noch in der Entwicklung befindlichen App im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne mit anderen Verbänden und Organisationen zu unterstützen. Dazu laufen derzeit Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium und weiteren Partnern. "Hier ist es von zentraler Bedeutung, dass wir zeitnah alle Stakeholder an den Tisch bekommen", erklärte der eco-Vorstandsvorsitzende Oliver J. Süme. Er will einen entsprechenden Konzeptvorschlag für "ein breites Bündnis von Politik, Digitalwirtschaft und Zivilgesellschaft gegen Corona" unterbreiten.

Der Bielefelder Bürgerrechtsverein Digitalcourage hat auf Basis des aktuellen Kenntnisstands eine vorläufige Bewertung der PEPP-PT-Apps vorgestellt. Er weist unter anderem darauf hin, dass der Einsatz von Bluetooth mit IT-Sicherheitsproblemen einhergehen kann, da die Technik "chronisch unsicher" sei. Außerdem könnte eine App viele Alarme auslösen, die bei den Betroffenen zu einer Alarm-Müdigkeit führen könnte. Digitalcourage weist außerdem darauf hin, dass unter Android eine Nutzung der Bluetooth-Schnittstelle nur erlaubt sei, wenn gleichzeitig die Nutzung von Ortsdiensten freigegeben wird. Damit könnte Google möglicherweise auf die Ortsangaben des Handys zugreifen. Auch regt Digitalcourage an, eine Beteiligung ohne Smartphone, nur auf Basis eines kleinen Bluetooth-Geräts zu ermöglichen. (kbe)