MWC

Corona-Virus: Ericsson sagt Teilnahme am MWC ab

Mit dem schwedischen Netzausrüster hat einer der größten Aussteller seine Teilnahme an der Mobilfunkmesse abgesagt. Grund: Das Corona-Virus.

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(Bild: dpa, Ericsson)

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Ericsson wird nicht am Mobile World Congress teilnehmen. Der schwedische Netzausrüster sagte seine Teilnahme an der für Ende Februar geplanten Mobilfunkmesse in Barcelona wegen der Infektionswelle mit dem Corona-Virus ab.

"Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter, Kunden und anderer Teilnehmer hat höchste Priorität", erklärte CEO Börje Ekholm. "Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht."

Das Unternehmen hat diese Entscheidung nach einer ausgedehnten Risikoanalyse getroffen. Zwar habe der Mobilfunkverband GSMA als Veranstalter alles in seiner Macht stehende getan, um das Risiko für Messebesucher einzuschränken, doch habe Ericsson als einer der größten Aussteller eine besondere Verantwortung.

Der Ericsson-Stand, der einen Großteil der Halle 2 belegt, ist einer der größten der Messe. "Ericsson hat jeden Tag tausende Besucher in der Halle", heißt es weiter. "Selbst wenn das Risiko niedrig ist, kann das Unternehmen die Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter und Besucher nicht garantieren." Ericsson will seine Neuheiten nun auf lokalen Firmen-Events zeigen.

Ericsson gehört mit Huawei, Nokia und ZTE zu den wichtigsten Ausstellern des Mobile World Congress. Für die Netzausrüster ist der MWC die größte Ordermesse des Jahres, hier werden Ausrüsterverträge geschlossen und große Geschäfte gemacht. Im vergangenen Jahr hatte die Fachmesse knapp 110.000 Besucher. Der Rückzug eines der drei größten Ausrüster ist eine signifikante Schwächung der Messe. Weitere Absagen sind nicht auszuschließen. Zuletzt hatte der südkoreanische Elektronikkonzern LG seine Teilnahme abgesagt.

Huawei und Nokia halten bisher noch an einer Teilnahme fest. "Huawei wird wie geplant teilnehmen", bekräftigte ein Sprecher des chinesischen Ausrüsters gegenüber heise online. "Wir arbeiten mit der GSMA an präventiven Maßnahmen, um die Ausbreitung des 2019-nCoV einzudämmen. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter und Besucher hat oberste Priorität."

Auch Nokia beobachtet die Entwicklung genau und behält sich weitere Schritte vor. "Bis jetzt halten wir an unseren Plänen für einen Teilnahme fest, aber die Lage ist in Bewegung", erklärte ein Sprecher. "Unsere Entscheidung wird stets im Interesse der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter und Kunden fallen."

ZTE hat besondere Maßnahmen ergriffen und isoliert Mitarbeiter, die zur Messe fahren sollen. Auch die deutschen Unternehmen SAP und Infineon planen weiterhin für die Messe. Von der Telekom, Wirecard und AVM war bisher keine Rückmeldung zu erhalten. Alle Aussteller beobachten die Entwicklung sehr genau und folgen dabei vor allem den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Für Teilnehmer, die aus China anreisen wollen, sind Verzögerungen bei der Visa-Vergabe und gestrichene Flugverbindungen weitere Hürden.

Auch Veranstalter GSMA verweist auf die Empfehlungen der WHO. Die Messe finde wie geplant statt, bekräftigte ein Sprecher am Donnerstag gegenüber heise online. "Die GSMA bedauert, dass sich Ericsson als wichtiger Player in diesem Jahr gegen eine Teilnahme am MWC Barcelona entschieden hat", sagte der Sprecher. Die Absage werde unmittelbar "einige Auswirkungen" haben und möglicherweise noch weitere. Auch die GSMA beobachtet die Entwicklung weiter.

Update 19:30 Uhr: Stellungnahmen von Nokia und Huawei ergänzt. (vbr)