Coronavirus: EU aktiviert erstmals Frühwarnsystem gegen Desinformation

Die EU-Kommission hat sich mit Facebook & Co. getroffen, um Schritte gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien rund um den Covid-19-Ausbruch abzustimmen.

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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, ausreichend Abstand zu Menschen zu halten, die Husten, Schnupfen oder Fieber haben, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten, wenn kein Taschentuch zur Hand ist, die Hände vom Gesicht fernzuhalten und sich regelmäßig und mindestens 20 s lang die Hände zu waschen.

(Bild: infektionsschutz.de)

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Das von der EU-Kommission vor einem Jahr installierte Frühwarnsystem zur Abwehr von "Fake News" wird zurzeit wegen der Coronavirus-Epidemie erstmals angewendet. EU-Kommissions-Vizepräsidentin Věra Jourová sprach am Dienstag mit Vertretern von Online-Plattformen wie Google, Facebook, Twitter und Microsoft sowie des Branchenverbands Edima über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Verbreitung von Desinformationen und Verschwörungstheorien rund um den Ausbruch des neuartigen Erregers.

Die Betreiber der sozialen Netzwerke und von Suchmaschinen haben der Kommission zufolge bestätigt, dass sie auf Basis eines im September 2018 unterzeichneten Verhaltenskodex gegen Desinformation "verschiedene Arten" Falschmeldungen entdeckt haben und eingeschritten sind. Als Beispiele nannte Jourová irreführende Informationen zu gesundheitsgefährdenden Mitteln, die angeblich eine Ansteckung verhindern sollen. Dazu gehörten etwa Anregungen, Bleichmittel zu trinken oder Essig in die Nase einzuführen.

Zudem sind die Konzerne laut der Kommissarin bewussten "Fake News" über den Ursprung des Erregers SARS-CoV-2 und die Art und Weise sowie die Geschwindigkeit seiner Ausbreitung auf die Spur gekommen. Alle Teilnehmer hätten versichert, dass sie "zuverlässige Nachrichtenquellen" prominenter darstellen, "verbotene oder schädliche Inhalte entfernen" und die Verbraucher vor "irreführender Werbung" schützen wollten, schreibt das Online-Magazin "Euractiv".

Der Aktionsplan der Kommission gegen Desinformation sieht ein verbessertes Instrumentarium vor, um Falschnachrichten und Propaganda in Kooperation zwischen staatlichen Stellen und Online-Unternehmen sowie traditionellen Medienhäusern rascher zu erkennen und dagegen vorzugehen. EU-Organe und die Mitgliedsstaaten sollen Daten und Bewertungen von Kampagnen intensiver untereinander austauschen und Warnmeldungen "in Echtzeit" verfügbar machen.

Die BzGA beantwortet viel gestellte Fragen zum Coronavirus.

Die im Verhaltenskodex entwickelten Werkzeuge, wonach etwa enttarnte "Fake Accounts" und Social Bots rasch abgeschaltet und Profiteuren von Falschmeldungen die Werbeeinnahmen entzogen werden sollen, haben laut Jourová den Unterzeichnern dabei geholfen, schnell zu reagieren. Der Kodex soll im Frühjahr erstmals offiziell evaluiert werden. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte parallel öffentlich versichert, entschieden gegen falsche Informationen rund um das Coronavirus vorgehen zu wollen. (anw)