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Coronavirus: IFA 2020 findet statt, aber anders

IFA

(Bild: IFA)

Die führende Messe für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte trotzt der Pandemie, findet aber als "Special Edition" in streng begrenztem Rahmen statt.

Die Messe Berlin will die IFA trotz der Coronavirus-Pandemie durchführen, allerdings nur für Fachbesucher und Medien öffnen. Die IFA 2020 soll nun als vier parallele Veranstaltungen vom 3. bis 5. September stattfinden. Diese "Special Edition" werde sich "vollständig auf die B2B-Kernfunktionen der IFA konzentrieren", teilte die Messegesellschaft am Dienstag in Berlin mit. Eine Teilnahme ist nur nach Registrierung oder auf Einladung möglich, das Publikum muss draußen bleiben.

Auch sonst will die Messe in "enger Abstimmung mit den Behörden" sämtliche Sicherheitsauflagen einhalten und "die Gesundheit und Sicherheit aller Teilnehmer gewährleisten". So sollen unter anderem Abstandsregeln und erweiterte Hygienemaßnahmen gelten. "Wir müssen den Teilnehmern das Gefühl geben, dass sie sicher sind", sagte Messechef Jens Heithecker am Dienstag in Berlin. Über weitere Maßnahmen will die Messe im Laufe der nächsten Wochen informieren.

Dass es eine klassische IFA mit vollen Hallen nicht geben wird, war bereits im April klar, als das Land Berlin das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis in den Oktober verlängert [1] hatte. Die IFA wird den Plänen zufolge nun als vier parallele Einzelveranstaltungen stattfinden, deren Teilnehmerzahl auf jeweils 1000 Besucher pro Tag begrenzt ist.

Die Innovationsplattformen "IFA Next" und "IFA Shift Mobility" bilden ein gemeinsames Vortragsformat. Für Aussteller und Einkäufer gibt es in diesem Jahr die "IFA Business, Retail & Meeting Lounges", um Geschäfte abzuwickeln. Die IFA gehört zu den größten Ordermessen der Welt, im vergangenen Jahr betrug das Ordervolumen der IFA nach Angaben der Messegesellschaft rund 4,7 Milliarden Euro. Das wird sich 2020 nicht wiederholen lassen, dennoch will die Messe dem Handel eine Plattform bieten. Dazu kommen die 2016 eingeführten und inzwischen etablierten "IFA Global Markets" für Zulieferer und Hersteller.

"Nach all den Veranstaltungsausfällen der vergangenen Monate [2] braucht unsere Branche dringend diese Plattform, um ihre Innovationen zu präsentieren", sagte Heithecker. "Die IFA bietet dafür nicht nur den besten Zeitpunkt, sondern auch noch effiziente Beteiligungsmöglichkeiten."

Die internationale Medienveranstaltung, die üblicherweise im April stattfindet, wird auf den September als zentrale Veranstaltung für die Presse verlegt. 800 Journalistinnen und Journalisten aus aller Herren Länder werden nach Berlin eingeladen und dürfen sich die neuesten Produkte und Technik vor Ort zeigen lassen. Auch Aussteller werden eigene Pressekonferenzen durchführen.

Qualcomm-Präsident Cristiano Amon wird die Special Edition der IFA mit einer Keynote eröffnen. Alle Keynotes und Pressekonferenzen finden auf wenigen Bühnen statt, wodurch auch die Anzahl der Produktionsmitarbeiter vor Ort begrenzt und Hygienemaßnahmen vereinfacht werden. Parallel plant die Messe, die IFA-Veranstaltungen durch Streaming- und Chatangebote auch für die Daheimgebliebenen erreichbar zu machen.

Zusammen mit der IFA soll auch das ursprünglich für Juli geplante Diskussionsprogramm "gfu Insights & Trends" am September über die Bühne gehen. Dabei sollen technische Antworten auf die Corona-Krise im Mittelpunkt stehen – in verschiedenen Bereichen wie Bildung, Telemedizin, Fachhandel und Hausgeräte.

Im Ausblick auf 2021 gibt sich die IFA zuversichtlich. Sollte sich die Lage allgemein normalisieren, werde auch die IFA 2021 wieder zum gewohnten Modus zurückkehren, sagte Hans-Joachim Kamp vom Branchenverband GfU. Die Messe führe bereits Gespräche mit den Ausstellern für das nächste Jahr, sagte Heithecker: "Die wollen alle zurück zur normalen IFA." (vbr [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4724666

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/IFA-2020-findet-nicht-wie-gewohnt-statt-Alternative-ist-in-Planung-4707028.html
[2] https://www.heise.de/ct/artikel/Die-Messe-und-Konferenzbranche-reagiert-auf-Covid-19-4704905.html
[3] mailto:vbr@ct.de