Coronavirus-Stillstand: Lockdown-Tipps für den zweiten Donnerstag

Es ist schon wieder kleines Wochenende, die Zeit rast trotz der vielen Einschränkungen. Hier sind unsere Tipps.

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Ihnen fehlt die Geräuschkulisse aus einem Kaffeehaus? Sie können derzeit gar nicht als Laptop-Poser Ihren Orange-Mocca-Frappuccino schlürfen? Wir haben Hilfe.

(Bild: Weiß)

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Auch in Zeiten des Quasi-Stillstands tickt die Uhr weiter, die Welt dreht sich, die Tage vergehen. Die fehlende Abwechslung, für viele zumindest räumlich, lässt die Tage ein wenig skurril wirken. Geht Ihnen das auch so? Aufstehen, an den Schreibtisch setzen, zum Sofa wechseln, ins Bett gehen. Da wird der Spaziergang echt zum Highlight.

Unser erster Vorschlag für heute lautet deshalb schlicht: Rausgehen. Ob zu Fuß, ne Runde mit dem Fahrrad drehen oder wenigstens auf dem Balkon sitzen. Frische Luft muss sein. Ist eh klar? Ja, man vergisst es aber so schnell wieder und hält sich dann doch nicht dran.

Berlin nutzt die Situation sogar für ein Pilotprojekt. Die Stadt richtet eine temporäre Radverkehrsinfrastruktur ein. Öffentliche Verkehrsmittel sind schließlich gerade kaum das Fortbewegungsmittel der Wahl. Und, ob Radfahrer, Heimarbeits-Neuling oder plötzlich Online-Shop-Besitzer: Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Wir sind gespannt, welche Ideen zu dauerhaften Änderungen führen.

Rein – in den Magen. Kochen und Backen ist weiterhin möglich, der Ansturm auf die Regale in den Supermärkten abgeflacht. So ein Krustenbraten ist ziemlich lecker. Dauert auch einen Moment, ihn zuzubereiten, aber wenn der Weg zur Arbeit nur noch wenige Sekunden dauert (wir gehen mal davon aus, dass sie keine Villa haben, in der sie bis zum Schreibtisch mehrere Stockwerke hoch und Flure entlang müssen), kann man sich die Zeit nehmen. Pro-Tipp: Erst das Fleisch mit der Schwarte im Wasser für einige Minuten im Ofen garen, dann lässt sie sich leichter einschneiden.

Die Autorin macht Krustenbraten.

Vegetariern empfehlen wir eine fleischfreie Moussaka. Da brät man nämlich am besten alle Zutaten vorab in der Pfanne an und schichtet sie erst danach in einer Auflaufform. Dauert richtig schön lange.

Ubisoft verschenkt das charmante Jump’n’Run Child of Light, das sich alleine schon wegen des Soundtracks lohnt, sagt Spiele-Kollege Daniel Herbig. Bis zum 28. März kann man sich das Spiel gratis abholen – einen Uplay-Account vorausgesetzt. Steam-Nutzer bekommen außerdem die erste von insgesamt fünf Episoden des Adventure-Spiels The Council gratis. Das storylastige Abenteuer rund um einen jungen Aristokraten auf einer verschwörerischen Konferenz von religiösen und politischen Anführern startet stark, verliert in den späteren Episoden aber den Faden. Die erste Episode ist wegen des einzigartigen Spielkonzepts dennoch einen Blick wert.

Die Kulturschaffenden nutzen immer mehr Kanäle, um die Leute mit ihren Programmen bei Laune zu halten. Der Schriftsteller Saša Stanišić hat etwa bei Twitch mehrere Lesungen gestreamt. Josef Hader, Kabarettist aus Österreich, hat einen eigenen Player auf seiner Webseite mit Auszügen aus seinen Programmen. Herrlich! Wenn Sie keine Lust auf diese Gesichter haben, lesen Sie sich gegenseitig in einem Videoanruf aus Ihren Lieblingsbüchern vor. Ausreichend neue Literatur finden sie auch in der New York Public Library, dort stehen 300.000 Bücher zum Download bereit, allerdings natürlich vorwiegend auf englisch. Wir haben Ihnen aber auch schon die Bibliotheken hierzulande empfohlen.

Nicht direkt Kultur, aber vielleicht für einige auch interessant. Auch Gottesdienste werden gestreamt, eine Auswahl gibt es auf Streamtime unter dem Suchbegriff Digital Church.

...die Ohren. Es muss ja nicht immer Musik sein. Sollte Ihnen die Umgebungslautstärke fehlen, können Sie auf der Seite von rainycafe die seichte Geräuschkulisse eines Cafés an einem regnerischen Tag genießen. Auch auf YouTube gibt es Videos, die im Grunde nur Ton sind. Gerne genommen, das Knistern des Lagerfeuers – kennen wir auch aus dem nächtlichen Fernseher noch. Trekkies können sich mit dem Sound des Warp-Kerns beschallen.

Zu guter Letzt haben wir noch zwei Lesetipps, allerdings keine ganz klassischen sondern Tweets. Ada Powers hat in mehreren Beiträgen recht ausführlich erklärt, warum Tater-Tots toll sind. Die gibt es in Deutschland so zwar nicht zu kaufen, aber vielleicht inspiriert es Sie für Experimente mit anderen Tiefkühl-Kartoffel-Waren.

Für Eltern, die teilweise anscheinend weniger gelangweilt als mehr gestresst sind, gibt es auf der Seite tollabea eine Sammlung mit Tweets, durch die Sie sich nicht so alleine fühlen dürften.

Mehr Tipps von uns finden Sie hier: Mittwoch, Dienstag, Montag, Wochenende.

Und wer sich noch nicht richtig im Homeoffice eingerichtet hat, dem ist mit unseren Tipps zum Arbeiten in Corona-Zeiten geholfen:

Außerdem gibt es hier ein Interview mit einem Psychologen über das, was das Homeoffice mit uns macht.

Diese Liste mit aktuellen Angeboten von Software-Unternehmen aktualisieren wir stetig. (emw)