Coronavirus: Whatsapp-Kettenbriefe verbreiten Unsinn

Das Coronavirus verbreitet sich, begleitet von Falschinformationen über Kanäle sozialer Medien.

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Veranschauung eines Virus.

(Bild: Peter Breuer auf Twitter)

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Von China aus verbreitet sich momentan das Virus SARS-CoV-2 – landläufig Coronavirus genannt – und von dort stammen angeblich Informationen von Ärzten, die gegen eine oder im Falle einer Infektion helfen sollen. Diese werden zurzeit über Whatsapp und andere Kanäle verbreitet und enthalten Unsinn.

Ein Kettenbrief, über den die Informationsplattform Mimikama.at berichtet, beginnt mit "Ich sende Text ohne Bearbeitung und Bearbeitung. Aber alles ist klar. Und es kann nützlich sein. Informationen von einer Person, die ein Magistrat absolviert hat und in einem Krankenhaus in Shenzhen arbeitet". Ein zweiter Kettenbrief hebt an mit "Onkel und Nichte meines Klassenkameraden haben einen Masterabschluss und arbeiten im Shenzhen Hospital. Er wird nach Wuhan gebracht, um das Lungenentzündungsvirus zu untersuchen".

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Die Quellen der Texte werden nicht konkret genannt, die Erläuterungen und Ratschläge sind holprig übersetzt, schwammig bis falsch und werden deshalb an dieser Stelle nicht wiedergegeben. Die Kettenbriefe spekulieren vermutlich mit mangelndem Wissen der Adressaten und möglichen Ängsten vor der Infektion mit dem Virus.

Mitunter geht dieses blanke Unwissen so weit, dass auch Personen mit einem recht großen potenziellen Einflusskreis verbreiten zu müssen meinen, dass Zwiebeln gegen das Coronavirus helfen könnten. Das tat jüngst die TV-"Berühmtheit" Carmen Geiss über Instagram unter ihren gut 600.000 Followern.

Wer sich fundiert informieren möchte – jedenfalls wie es derzeit möglich ist – schaut am besten auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) oder des Robert-Koch-Instituts nach. Das BzGA schreibt zur Gefahr durch das Coronavirus:

"Bei den bisher hauptsächlich aus China berichteten Erkrankungsfällen verliefen vier von fünf Erkrankungen mild. Bei einem Teil der Betroffenen kann das Virus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündung führen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten (Hintergrundinformationen zur Schätzung der Sterblichkeit im aktuellen Ausbruchsgeschehen stellt das Science Media Center zur Verfügung). In Deutschland sind noch keine Todesfälle aufgetreten."

Zum Schutz vor Infektionen heißt es dort:

"Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten."

(anw)