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Cortana, Chatbots, Simultanübersetzung: KI-Offensive von Microsoft

Künstliche Intelligenz ist offensichtlich ein großes Thema bei Microsoft. Das Unternehmen hat gleich einen ganzen Satz neuer KI-Dienste für Konsumenten, Firmen und Entwickler vorgestellt.

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Cortana, Chatbots, Simultanübersetzung: KI-Offensive von Microsoft

Microsoft hat für seine Assistentin Cortana eine Programmierschnittstelle angekündigt. Mit dem sogenannten Cortana Skills Kit Preview können Entwickler Cortana um eigene sogenannte Skills erweitern. Falls sie bereits Skills für Amazons Assistentin Alexa betreiben, sollen sie Teile deren Codes wiederverwenden können.

Neben dem Skills Kit hat Microsoft das Cortana Devices SDK vorgestellt, mit dem Drittanbieter eigene Geräte auf Basis von Cortana bauen können. Als erstes Gerät soll ein Netzwerklautsprecher von Harman/Kardon auf den Markt kommen. Skills Kit und Devices SDK befinden sich derzeit in einer geschlossenen Beta-Phase und sollen Anfang 2017 für die Allgemeinheit freigegeben werden. Auch über den Lautsprecher wird es erst im neuen Jahr mehr Details geben.

Microsoft ist damit der dritte große Player auf dem IT-Markt, der einen Assistenten betreibt und als Plattform für Dritte öffnet. Erst vergangene Woche hatte Google bekanntgegeben, dass es seinen Assistenten für Drittanbieter öffnet. Amazon hatte Alexa von vornherein als offene Plattform konzipiert (mehr dazu in der aktuellen c't).

Vom Lautsprecher gibt es bislang nur eine sehr vage Vorschau.

Bei politischen Fragen weicht Zo aus.

Nachdem Microsoft mit einem ersten öffentlich verfügbaren, intelligenten Chatbot schlechte Erfahrungen gemacht hat, hat es jetzt einen neuen live geschaltet: Mit dem Messenger Kik kann man bereits mit Zo chatten, auf anderen Plattformen muss man eine Einladung anfordern.

Microsoft hatte schon einmal einen intelligenten Chatbot ins Rennen geschickt: Tay verwandelte sich aber schnell zu einem rassistischen, antisemitischen Monster, das Hitler, Drogenmissbrauch und Inzest unterstützte. Das soll Zo offenbar besser machen. Spricht man den Bot auf politische Themen an, weicht er aus. So ganz scheint Microsoft Zo nach wie vor nicht zu trauen. So besagt die Beschreibung: "Microsoft does not guarantee the accuracy, reliability or appropriateness of Zo's statements"

Auch andere Neuvorstellungen drehen sich um Bots. So ist jetzt die Skype Calling API generell verfügbar, mit der sich Skype-Gespräche über Bots empfangen und steuern lassen. Sein Bot Framework, mit dem sich intelligente Chatbots für Skype, Slack, Facebook Messenger und andere Plattformen bauen lassen, hat Microsoft ebenfalls erweitert.

Microsoft beschreibt seinen Übersetzungsdienst.

Wer Skype benutzt, kennt die Funktion bereits, mit der Microsoft gesprochene Text quasi-simultan in anderen Sprachen transkribiert. Diese Funktion steht jetzt auch als eigenes Produkt bereit, dem Microsoft Translator – im Web sowie als Android- und iOS-App. Ein ausführliches Blog-Post beschreibt die Technik des Dienstes. Ganz generell will Microsoft offenbar ausführlicher zu seiner KI-Forschung und seinen einschlägigen Produkten informieren. Auf einer eigenen Homepage hat es ausführliche Hintergrundinformationen zusammengetragen. (jo)

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