Couchsurfing erzwingt Beitrag von Mitgliedern

Couchsurfen ist derzeit kaum möglich. Der Plattform fehlen Einnahmen, die sie nun über einen Mitgliedsbeitrag einholen.

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(Bild: Pexels, gemeinfrei)

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Couchsurfing kostet ab sofort einen Mitgliedsbeitrag, ohne diesen gibt es keinen Zugang mehr. Wegen der Coronakrise fällt das Übernachten bei Fremden weg – und damit auch die Einnahmen des Unternehmens. Ohne sofortige Hilfe sei man in Gefahr.

Mitarbeiter seien laut eines Blogbeitrags von Couchsurfing bereits entlassen worden, Gehälter reduziert, Verträge eingeschränkt oder aufgelöst und Büroflächen verlassen, gearbeitet wird nur noch remote. Aber auch mit einem Antrag auf Hilfeleistungen an die US-Regierung schaffe man es nicht, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Daher gibt es ab sofort einen Mitgliedsbeitrag von 2,39 US-Dollar im Monat oder einen Jahresbeitrag in Höhe von 14,29 US-Dollar, sofern im Voraus gezahlt wird. Ohne Zahlung ist der Zugang zum Konto auf der Webseite und in der App komplett verwehrt. "Die Entscheidung ist ein letzter Ausweg und nicht auf die leichte Schulter genommen worden."

Couchsurfing hat bislang nach eigenen Angaben nur wenig Einnahmen durch Werbung generiert. Mit den nun eingeführten Beiträgen verschwindet jegliche Drittanbieter-Werbung von der Plattform. Ebenfalls gibt es künftig keine Begrenzungen bei Anfragen und Nachrichten mehr. Kosten für die Überprüfung, also den Verifizierungsprozess, werden gesenkt. Nutzer aus Entwicklungsländern können zum Teil einen kostenfreien Zugang behalten – Diversität mache die Gemeinschaft aus. Man wolle niemanden ausschließen, der sonst wirtschaftliche nicht in der Lage wäre, teilzunehmen. An der Webseite und App arbeite man kontinuierlich weiter.

Die Änderung sorgt in sozialen Medien für Diskussionen. Nutzer beschweren sich, dass sie zahlen sollen, obwohl sie genau jetzt den Dienst nicht nutzen können. Manche sind sauer, weil es keine vorherige Ankündigung gegeben hat, sondern mit der Verkündung auch sofort die Zugänge an die Zahlungen gekoppelt wurden. Andere plädieren für Beitragszahlungen, damit die Plattform überlebt.

Auch andere Sharing-Dienste hat die Coronakrise hart getroffen. Der Online-Zimmervermittler Airbnb hat knapp 1900 der 7500 Mitarbeiter entlassen. Der Unternehmenschef Brian Chesky sorgt sich zudem, dass sich der Reisemarkt nachhaltig ändern werde, Menschen etwa nicht mehr so weit reisen. Auch der US-Fahrdienstvermittler Uber hat 3700 Stellen gestrichen – das sind knapp 15 Prozent der zuvor 27.000 Mitarbeiter. Getroffen hat es vor allem den Kundendienst und die Mitarbeitergewinnung.

(emw)