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Creative Commons: Nofretetes 3D-Scan nun frei verfügbar

Der offizielle 3D-Scan der Nofretete ist jetzt als Creative-Commons-Lizenz frei verfügbar. Dafür hat ein Künstler lange mit Behörden gerungen.

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(Bild: Screenshot/Scatchfab: Cosmo Wenman, Bust of Nerfititi, FOIA Results)

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Es ist üblich, dass Museen qualitativ hochwertige 3D-Scans ihrer Exponate anfertigen. Die Herausgabe dieser ist allerdings eher ungewöhnlich. Der Künstler Cosmo Wenman hat die Freigabe der Nofretete-Dateien vom Ägyptischen Museum in Berlin verlangt. Jahre später kann sie nun jeder abrufen.

Die Geschichte der Beschaffung erzählt Wenman in einem Blogbeitrag. Mit einem Berliner Juristen wendete er sich an das Museum und berief sich auf das Informationsfreiheitgesetz, das besagt, jeder hat das Recht auf den uneingeschränkten Zugang zu amtlichen Informationen von Bundesbehörden. Das Museum ist staatlich und wird von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) verwaltet. Diese teilte dem Bittsteller mit, die Herausgabe würde ihre kommerziellen Interessen einschränken. Schließlich verkauft das Museum Nachbildungen, dessen Einnahmen ihm wiederum zu Gute kommen: "Die Souvenirshop-Verteidigung."

Man bot Wenman an, den Scan in Los Angeles an einem Platz in einer Anwaltskanzlei zu begutachten. Die Organisation habe ihm einen Laptop zur Verfügung gestellt, der kaum ausreichte, die Dokumente auch nur anzuzeigen. Das bezeichnete der Künstler als inadäquat, bot der Stiftung eine Spende an, um endlich an die Daten zu gelangen. Es kam heraus, dass die Einnahmen des Museums durch den Scan bei weniger als 5000 Euro lagen – in zehn Jahren.

Alle Argumente waren damit dahin, schreibt Wenman. Und tatsächlich, er bekam die Dateien. Zwar darf der Künstler sie nicht für eigene kommerzielle Zwecke nutzen, dafür darf er sie aber weitergeben. Unter dem Sockel der Büste tauchte im Scan eine Abweichung vom Original auf: Ein Vermerk zur Creative-Commons-Lizenz. Das waren wohl nicht die Ägypter.

Bereits vor drei Jahren hatten zwei Künstler versucht, heimlich einen 3D-Scan mit einer Kinect von Nofretetes Büste zu machen. Sie wollten mit ihrer Aktion "Cultural Commons durch Kunstraub" auf die Kontroverse um die Büste aufmerksam machen, deren Rückgabe Ägypten bereits seit 1924 fordert. Es tauchten dann aber Zweifel am 3D-Raub der Nofretete auf, da die Bedingungen für einen solch guten Scan nicht gegeben waren. Die Frage nach der Echtheit ist bei dem Projekt aber wohl eher zweitrangig gewesen. (emw)