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Creative Labs unterstützt Open-Source-Entwickler mit Soundkarten-Dokumentation

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An verschiedenen Stellen des Internets auftauchenden Informationsbröckchen deuten darauf hin, dass Creative Labs neuerdings die Entwickler von Open-Source-Treibern mit Dokumentation oder Beispielcode für die erstmals im August 2005 vorgestellten Sound Blaster X-Fi versorgt. Für die sind bisher keine ausgereiften Linux-Treiber verfügbar; Creative hatte bislang keine Dokumentation herausgerückt und wollte sich selbst um die Entwicklung eines proprietären Linux-Treibers kümmern. Daraus wurde aber bislang nicht viel, wenn man von einem im vergangenen September veröffentlichten rudimentären Beta-Treiber absieht. Er arbeitet jedoch ausschließlich mit x86-64-Kerneln zusammen, die mit älteren GCC-Versionen übersetzt wurden.

Doch die Dinge scheinen sich zu wandeln: Anfang Februar hatte 4Front Technologies bei der Freigabe des unter GPL/CDDL/BSD-Lizenzen verfügbaren Open Sound System (OSS) 4.0 Build 1013 erstmals die Unterstützung für die Sound Blaster X-Fi hervorgehoben. Der Beta-Treiber für die Soundkarten sollte die Audio-Wiedergabe beherrschen, Aufnahmen seien aber noch problematisch. Im Source-Code finden sich einige vom OSS-Treiber genutzte Dateien, die wohl von Creative programmierten Code zur Hardware-Ansteuerung enthalten.

Für die Linux-Welt hat OSS allerdings in den letzten Jahren an Bedeutung verloren – alle großen Distributionen setzen im wesentlichen auf die Treiber des Alsa-Projekts, die auch Bestandteil aktueller Kernel-Versionen sind. Doch auch beim Alsa-Projekt finden sich Hinweise auf eine neue Strategie von Creative Labs: Der Alsa-Entwickler James Courtier-Dutton schrieb am vergangen Mittwoch in einer Mail an die Entwickler-Mailingliste, dass er hoffe, in den kommenden Wochen Datenblätter von Creative zu erhalten. (thl)