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Cubase 9: Steinbergs Flaggschiff-DAW schneidet 32-Bit-Zopf ab

Cubase 9 räumt auf: Neben einer übersichtlicheren Ansicht laufen künftig nur noch 64-Bit-Plug-ins. Eine neue Editorzone vereinfacht die Bedienung im Arrangierfenster, für Loops & Co. gibts einen neuen Sampler Track.

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Cubase 9: Steinbergs Flaggschiff-DAW schneidet 32-Bit-Zopf ab

(Bild: Kai Schwirzke)

Steinberg hat heute die Version 9 seiner Digital Audio Workstation (DAW) Cubase veröffentlicht. Das Update macht vor allem klar Schiff – sowohl unter als auch über Deck.

Als wenig zeitgemäß empfanden viele Anwender die in Cubase praktizierte Vielfensterei: Editoren, Mixkonsole, ja sogar das Transportfeld mit den Funktionen zur Wiedergabekontrolle öffneten sich als eigenes Fenster und versperrten so, gerade auf Einzelbildschirmen, oft die Sicht.

In dem heute von Steinberg veröffentlichten Cubase 9 lässt sich das Arrangierfenster teilen und die untere Zone für Editoren und Mischpult nutzen. Ein Wechsel zur normalen Fensterdarstellung ist jederzeit möglich. Wer sich nicht an das neue Konzept gewöhnen mag, kann Cubase auch weiterhin wie gewohnt bedienen und auf die neue Zone ganz verzichten. Eine weitere schmale Zone am unteren Bildschirmrand (Transport Zone) zeigt auf Wunsch alle Transportfunktionen inklusive der unterschiedlichen Aufnahmemodi für Audio und MIDI. Das traditionelle Transportfenster wird damit praktisch arbeitslos.

Im neuen Sample Track lassen sich sehr einfach Loops schneiden.

(Bild: Kai Schwirzke)

Als neue Spurklasse führt Cubase 9 den Sampler Track ein. In diese Spuren lassen sich beliebig lange Audioschnipsel laden, mit Hüllkurven, Filtern und Formant-Effekten bearbeiten und dann per Tastatur triggern und transponieren. Ein Stacken verschiedener Sample-Layer ist nicht vorgesehen. So eignen sich Sampler Tracks in erster Linie zum Experimentieren mit Loops oder zum raschen Erstellen von Perkussionsklängen. Mit Caleidoscope gehört eine umfangreiche Klangbibliothek zum Lieferumfang.

Erstmals bietet Cubase 9 mit der MixConsole History die Möglichkeit, Arbeitsverläufe in der Mixkonsole nachzuvollziehen und rückgängig zu machen. Fehlentscheidungen oder auch Fehlbedienungen lassen sich so rasch aufspüren und korrigieren.

Die Plug-ins (hier der EQ) wurden grafisch überarbeitet.

(Bild: Kai Schwirzke)

Viele Plug-ins, etwa Compressor, Expander, Limiter und Gate wurden optisch aufgemöbelt. Einige Exemplare bekamen darüber hinaus neue Funktionen spendiert, so bietet der Maximizer inzwischen mit Modern und Classic zwei klanglich unterschiedliche Algorithmen. Ganz neu ist Frequency; der achtbandige EQ im Stil eines Fabfilter Pro-Q2 ersetzt den bisherigen StudioEQ.

In Cubase 9 wagen die Hamburger den radikalen Schnitt und verabschieden sich von der 32-Bit-Architektur. Cubase 9 läuft ausschließlich auf 64-Bit-Systemen und auch das von vorherigen Versionen bekannte Bit-Bridging von 32-Bit-Plug-ins fällt flach. Einige Anwender werden alte 32-Bit-Plug-ins also aus ihrem Werkzeugkasten aussortieren müssen.

Die Preise für Cubase 9 schwanken zwischen 100 Euro für die Einsteiger-Version namens Elements, 330 für die abgespeckte Artist-Version und 500 für die Vollausbau. Wer den Vorgänger Cubase 8.5 nach dem 26. Oktober gekauft hat, erhält das Update kostenlos. Ansonsten werden für das Update von 100 Euro von Version 8.5, von 200 Euro von Version 8.0 und 250 Euro ab Version 7 fällig. Cubase unterstützt Windows ab Version 7 und macOS ab 10.11.

Korrektur 18:30 Uhr: Cubase 9 läuft unter macOS ab version 10.11, und nicht ab 10.9.5. (hag)

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