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Curiosity: Indizien für ehemaliges Leben auf dem Mars

Eine Biologin hat auf Fotos, die der NASA-Rover Curiosity auf dem Mars gemacht hat, Strukturen gefunden, die Formen auf der Erde, die hier von Mikroorganismen geschaffen wurden, verblüffend gleichen. Ein Zufall wäre ihrer Meinung nach "außergewöhnlich".

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Die Geomikrobiologin Nora Noffke hat auf Fotos des Mars-Rovers Curiosity Steinformationen entdeckt, die denen ähneln, die auf der Erde von Mikroorganismen geformt wurden. Sie habe zwar keinen definitiven Beweis für ihre Hypothese, aber jede Menge Anhaltspunkte, erklärte sie dem Astrobiology Magazine. Die hat sie in einem wissenschaftlichen Artikel zusammengetragen, der im Wissenschaftsmagazin Astrobiology veröffentlicht wurde. Darin vergleicht sie verschiedene Strukturen, die Curiosity in der sogenannten Yellowknife Bay fotografiert hat, mit Formen, die auf der Erde analysiert wurden.

Mars-Rover Curiosity

Anfang August 2012 war die Begeisterung groß bei der NASA: Curiosity landete glücklich auf dem Mars. Seitdem erforscht der Rover die Oberfläche und deren ferne Vergangenheit.

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Das US-Magazin zitiert mit Chris McKay außerdem einen Forscher des Ames Research Centers der NASA, der erklärt, er habe schon viele Aufsätze gesehen, in denen "Aufnahmen von Marsdreck mit Aufnahmen von Dreck auf der Erde verglichen wurde". Die seien meist nicht sehr überzeugend, aber Noffkes Analyse sei die gründlichste dieser Art und deswegen sei sie auch in Astrobiology veröffentlicht worden. Die Wissenschaftlerin arbeitete anhand der frei im Internet verfügbaren Aufnahmen von Curiosity und griff dabei auf ihre Erfahrungen nach 20 Jahren Forschung in diesem Gebiet zurück.

Noffke erforscht sogenannte mikrobielle Matten oder Biofilme. Auf der Erde entstehen sie überwiegend, wenn sich Mikroorganismen an den Grenzen wässriger Umgebungen ansiedeln, also etwa direkt auf Steinen. Die Überreste davon sind auf der Erde überall zu finden und gehören auch zu den ältesten Überresten des sich einst entwickelnden Lebens überhaupt. Auf den Bildern von Curiosity hat Noffke nun Strukturen entdeckt, die den Formen auf der Erde verblüffend ähneln. Sie vermutet deswegen, dass sie auch auf die gleiche Art entstanden. Gleichzeitig beschreibt sie aber auch Prozesse, durch die die Strukturen ohne biologische Einwirkungen entstanden sein könnten, dann würde es sich aber um einen "außergewöhnlichen Zufall" handeln.

Indizien für Leben auf dem Mars? (9 Bilder)

Eine Gegenüberstellung von Strukturen auf dem Mars (A, C) und auf Mellum in Deutschland (B) in den USA (D).
(Bild: Noffke Nora. Astrobiology)

Dass die Umgebung einmal deutlich lebenfreundlicher war und auch fließendes Wasser vorhanden war, hat Curiosity bereits herausgefunden. Ob dort aber wirklich einst auch Mikroorganismen existierten, könne erst wirklich erforscht werden, wenn Bodenproben der Strukturen entnommen und zur Erde gebracht würden, meint Noffke. Zwar schlägt sie in ihrem Papier auch Analysen vor, die Curiosity durchführen könnte, sollte er wieder auf solche Formationen stoßen. Die könnten aber nur Ergebnisse liefern, wenn große Mengen biologischer Materialien vorhanden wären und das sei unwahrscheinlich, immerhin ist eventuell einmal vorhanden gewesenes Leben längst verschwunden. (mho)