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Curiosity: NASA-Team lebt nach Marszeit

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Wissenschaftler und Ingenieure des NASA-Projekts Curiosity haben am Donnerstag eine ganze Reihe Fragen von Reddit-Nutzern beantwortet. Im Rahmen eines sogenannten "Ask me Anything" gaben sie dabei Einblick in ihre Arbeit vor, während und nach der Landung des Rovers auf der Marsoberfläche. Einige der Teammitglieder arbeiten demnach bereits seit zehn Jahren an dem Projekt, die meisten schon mehr als fünf. Unterdessen sendet der Rover weitere Bilder vom Mars, aus denen sich wieder ein beeindruckendes Farbpanorama zusammensetzen lässt.

Curiositys Ausblick (10 Bilder)

(Bild: NASA/JPL-Caltech/Malin Space Science Systems)

Seit der Landung Anfang August seien rund um die Uhr 250 Wissenschaftler und 160 Ingenieure mit der Bedienung des Mars-Rovers beschäftigt, erzählt das Team. Damit sie dabei jeden Tag auf dem Mars so gut wie möglich ausnutzen können, leben sie aktuell nach Marszeit. Ihre Tage sind 40 Minuten länger als ein Erdentag. Täglich müssen sie ihren Wecker neu stellen – oder sie benutzen die Mars-Uhr, die einer der Ingenieure als Android-App programmiert hat.

Der Prozessor des Rovers mute etwas antik an, räumt einer der Ingenieure ein. Ein aktuelles Smartphone sei schon leistungsfähiger. Man habe den Prozessor vor acht Jahren ausgewählt, damals sei das die beste für den Weltraum geeignete Technik gewesen. Außerdem sei natürlich die Strahlungssicherheit ein wichtiger Aspekt, deren Gewährleistung eine Menge Tricks erfordert habe. Angesichts der Tatsache, dass man ohne Benutzeroberfläche direkt in C programmiere, leiste der Rover aber gute Arbeit.

Ein Foto vom 10. Tag zeigt noch einmal die Sonde.

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Außerdem äußerten sich die Wissenschaftler zu den Prozeduren, mit denen sie sicherstellen wollten, kein biologisches Material von der Erde auf den Mars zu bringen. Genau dafür gebe es bei der NASA die "Planetary Protection Guidelines" zur Arbeit auf anderen Planeten. Wegen dieser Vorgaben habe man den Rover im Reinraum zusammengebaut und getestet. Danach sei er dann noch mehrfach gereinigt worden. Damit soll verhindert werden, dass man auf dem Mars Spuren von Leben findet und sich später herausstellt, dass diese eingeschleppt wurden.

Auch auf die Frage, wie man reagieren würde, wenn Curiosity Leben oder Spuren von Leben auf dem Roten Planeten finden würde, wussten sie eine Antwort. Eine der Wissenschaftlerinnen versicherte, dass man sich im Team einig sei, eine solche Information auf jeden Fall zu veröffentlichen. Zuvor würde man aber innerhalb des Teams alles dafür tun, um absolut sicherzugehen, dass es sich wirklich um Leben oder Fossilien handelt.

Lustig wurde es schließlich, als einer der Reddit-Nutzer mit Brian Schratz einen der Verantwortlichen für Curiositys Landung daran erinnerte, dass dieser noch immer ein vor Jahren ausgeliehenes Buch über lineare Algebra nicht zurückgegeben habe. Dass der Ausleiher damit einen gewissen Anteil am Erfolg habe, gestand Schratz ein. Und auf die Frage, wie man sichergestellt habe, dass niemand den Rover in eine Spalte manövriere, gab es die lapidare Antwort, dass Howard nicht an die Kontrollen komme.

Zur Mars-Mission Curiosity siehe auch:


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Informationen der NASA