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Curiosity sendet erste Farbbilder vom Mars

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Der am Montag auf dem Mars gelandete Rover Curiosity samt seinem Mars Science Laboratory (MSL) soll ein Marsjahr oder 98 Erdenwochen lang Dienst verrichten. So sieht es die Primärmission der NASA vor. Doch Curiosity kann vielleicht wesentlich länger arbeiten. Limitierender Faktor ist nämlich keineswegs die Energieversorgung, sondern die Lebensdauer der Bauteile. "Wenn Curiosity die doppelte Dauer (der Primärmission) übersteht, wird niemand schockiert sein", sagte NASA-Projektmanager Pete Theisinger nach dem geglückten Landemanöver auf die Frage eines Journalisten. "Es ist das erste Mal, dass mich jemand dazu gebracht hat, von mehr als (den) zwei Jahren zu sprechen."

Curiosity und das MSL werden von einem Radioisotopengenerator mit Strom versorgt. Dessen Energiequelle sind 4,8 Kilogramm Plutonium-238-Dioxid, die bei ihrem radioaktiven Zerfall Wärme abgeben. Diese Wärme wird in Strom umgesetzt. Die Mindestlebensdauer des Generators ist mit 14 Jahren angegeben. Zu Beginn beträgt die Leistung 110 Watt, zerfallsbedingt wird das mit der Zeit weniger werden.

Die Temperaturen unter denen Curiosity arbeiten muss, bewegen sich zwischen minus 90 und minus 30 Grad Celsius, im Mars-Sommer gibt es vielleicht fallweise gemütliche Null Grad. Die mechanischen Bauteile und Motoren von Rover und Labor wurden unter solchen Bedingungen auf die dreifache Dauer der Primärmission getestet, ohne kaputt zu gehen. Geschieht kein Ungemach, könnte Curiosity also auch über den Sommer 2014 hinaus eingesetzt werden.

Vorbild sind die wesentlich kleineren Mars-Rover Spirit und Opportunity, die im Januar 2004 auf dem Mars gelandet sind. Ihre Primärmission sollte jeweils 90 Tage dauern. Spirit hielt bis März 2010 durch, Opportunity ist bis heute im Einsatz.

Die Möglichkeiten zur Datenübertragung zur Erde könnten nach 2015 aber zurückgehen. Denn ungefähr dann könnte den um den Mars kreisenden Sonden Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) und Odyssey der Treibstoff ausgehen. Die Mars-Express-Sonde der ESA hat nach Angaben des European Space Operations Centre in Darmstadt aber noch Sprit für 20 Jahre. Und Curiosity kann, wenngleich mit sehr bescheidener Bandbreite, auch direkt zur Erde funken, wenn eine Sichtverbindung besteht.

Vergleich mehrerer Landeellipsen

(Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum))

Die NASA hat inzwischen auch eine erste Schätzung des Aufenthaltsortes von Curiosity veröffentlicht. Die Angabe basiert auf von der Erde stammenden Navigationsdaten der Reisephase sowie den von Curiosity selbst während des Landemanövers gemessenen Werten. Demnach steht Curiosity etwa zwei Kilometer nordöstlich des Zentrums der Landeellipse. Diese Ellipse war deutlich kleiner als bei vorangegangenen Missionen und veranschaulicht, wie genauer diese inzwischen geplant werden können.

Spektakuläre Bilder von der Landung und vom Boden

Aus dem Orbit aufgenommenes Foto der Landung

(Bild: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona)

Am Dienstag hat die NASA spektakuläre Bilder vom Mars veröffentlicht. Der MRO hatte zum Zeitpunkt der Landung das Gebiet überflogen und es dabei tatsächlich geschafft, ein Foto in hoher Auflösung zu machen. Aufgenommen aus 340 Kilometer Entfernung zeigt es den großen Fallschirm und die daran hängende Curiosity.

Curiosity selbst hat während des Landemanövers eine Reihe von Aufnahmen gemacht. Diese wurden von der NASA zu einer Art Video zusammengefügt. Auf den ersten Frames ist noch der gerade abgesprengte Hitzeschutzschild zu sehen.

Zusammengesetztes Video des des Landeanflugs von Curiosity

Darüber hinaus hat MAHLI (Mars Hand Lense Imager) das erste Farbfoto von der Marsoberfläche in höherer Auflösung übermittelt. Es zeigt den nördlichen Rand des Gale Kraters, in dem Curiosity gelandet ist.

Curiositys erstes Farbfoto von der Marsoberfläche: Noch trägt die Kamera ihren Staubschutz, weswegen das Bild unscharf ist.

(Bild: NASA/JPL-Caltech/Malin Space Science Systems )

Zur Mars-Mission Curiosity siehe auch:


Mehr zum Thema auch in Technology Review und Telepolis:

Informationen der NASA:

(mho)