Cyberangriff auf Georgien: USA und Großbritannien beschuldigen Russland

Mit mehr als 95-prozentiger Sicherheit stecke Russland hinter einer massiven Cyberattacke auf Georgien, sagt die britische Regierung.

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(Bild: Negro Elkha/Evdokimov Maxim/Shutterstock.com)

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Die USA, Großbritannien und Georgien beschuldigen den russischen Militärgeheimdienst GRU, hinter einer massiven Cyberattacke auf Georgien zu stecken. Das teilten die drei Staaten nun mit und das britische National Cyber Security Centre (NCSC) quantifizierte sogar, dass diese Zuschreibung mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 95 Prozent erfolge.

Demnach bestand der Angriff aus der Manipulation von Websites, Cyberattacken und der Unterbrechung von Fernsehsendern im Oktober 2019. Dahinter steckt demnach ein Team des GRU, das im Westen unter den Namen Sandworm, BlackEnergy Group, Telebots oder VoodooBear bekannt sei.

Der Angriff widerspreche den öffentlichen russischen Zusicherungen, das das Land "im Cyberspace verantwortungsbewusst" agiere und sei Teil eines anhaltenden Musters von rücksichtslosen Aktionen des GRU, erklärte der US-Außenminister Mike Pompeo. Mit den Angriffen versuchten die Agenten, Uneinigkeit zu säen, Unsicherheit zu erzeugen und demokratische Institutionen zu untergraben, ergänzt er. Die Vereinigten Staaten rufen Russland deshalb dazu auf, derartige Verhalten in Georgien und anderswo zu unterlassen. Man werde Georgien dabei helfen, sich auf derartige Angriffe besser vorzubereiten.

Die britische Regierung ergänzt, dass die Zuschreibung des Angriffs vom 28. Oktober 2019 mit dem höchsten Maß an Sicherheit erfolge. Die Angriffe gehörten demnach zu einer seit langem anhaltenden Kampagne von feindlichen und destabilisierenden Aktivitäten gegen Georgien. Man sei sicher, dass die Cyberattacken erfolgten, um damit die Souveränität der ehemaligen Sowjetrepublik zu untergraben. Außerdem führt die britische Behörde noch eine Reihe von Cyberangriffen auf, die den gleichen staatlichen Hackern zugeschrieben werden, darunter mehrere Angriffe auf die Stromversorgung der Ukraine, den verheerenden Angriff mit der Malware NotPetya und die Attacke mit BadRabbit.

Der Zuschreibung und der damit verbundenen Kritik an Russland schließen sich Polen, die Niederlande, Estland und Lettland an. Tschechiens Regierung erklärt, man habe keine Gründe, an der Zuschreibung zu zweifeln. Dänemarks Außenministerium erklärte, die Sorgen zu teilen. Aus Deutschlands Außenministerium gibt es bislang jedoch kein Statement dieser Art. (mho)