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Cyberangriffe aus China: Daten von Dissidenten ausspioniert?

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Nach Aussagen von amerikanischen Kongress-Abgeordneten sollen Computer in ihren Amtsbüros in den letzten Jahren mehrfach chinesischen Angriffen ausgesetzt gewesen sein. Wie aus einer aktuellen Eingabe des republikanischen Abgeordneten Frank R. Wolf an den Kongress hervorgeht, sollen im August 2006 Angreifer u. a. auf Informationen seiner Bürocomputer zugegriffen haben, die Angaben zu außenpolitischen Aktivitäten, politischen Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten enthielten.

Auch andere Kongressmitglieder und das Foreign Affairs Committee sollen Opfer solcher unerlaubter Zugriffe von außen gewesen sein, erklärt Wolf. Bei Treffen mit dem FBI habe sich dann herausgestellt, dass die Angriffe aus der Volksrepublik China erfolgt seien. Die Angreifer sollen sich Zugang zu Informationen verschafft haben, die Auskünfte über Identität und Aufenthaltsorte von vielen chinesischen Dissidenten und Flüchtlingen enthielten, mit denen er im Rahmen seiner Arbeit für bessere Durchsetzung der Menschenrechte Kontakt hatte, präzisierte Wolf in einer Pressekonferenz.

Dort bestätigte ein anderer Kongressabgeordneter, Christopher H.Smith, der sich ebenfalls mit der Situation der Menschenrechte in China befasst, die Vorwürfe seines Kollegen. So sollen Computer der Abteilung für Menschenrechte des House Committee on Foreign Affairs in den letzten Jahren zweimal angegriffen worden sein, im Dezember 2006 und im März 2007. Smith ging in seinem Verdacht noch weiter als Wolf, er vermutet die chinesische Regierung hinter diesen Cyberangriffen.

Indessen wies der Sprecher der chinesischen Botschaft gegenüber der Washington Post die "unverbürgten Anklagen und unverantwortlichen Unterstellungen" zurück. Solche Angriffe könnten auch von Personen durchgeführt worden sein, die sich mit gefälschten IP-Adressen tarnten. Die chinesische Regierung sei gegen Cyberangriffe. (tpa)

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