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Cybercops werben an US-Unis

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San Franciscos Electronic Crime Task Force (ECTF) will Universitäten als Partner im Kampf gegen Hightech-Kriminalität gewinnen. Bei einer Veranstaltung an der Stanford University warben ein Vertreter des Secret Service, ein Postal Inspector und ein Unternehmer für die ECTFs. Robert Rodriguez, Assistant Special Agent des Secret Service sagte: "Das Ziel der Partnerschaft ist es, Technologie auf den Weg zu bringen, die Verbrecher abschreckt, anstatt Polizisten hinter ihnen herjagen zu lassen." Die San Francisco ECTF ist eine von insgesamt acht ECTFs, die aufgrund des Patriot Act ins Leben gerufen wurden.

Im Prinzip unterscheide sich die Arbeit im Bereich Hightech-Verbrechen nicht so sehr von der Arbeit der Ermittler in der Fernsehserie Crime Scene Investigation Miami, meint Postinspektor Gregory Crabb. Man werde zum Tatort gerufen, wo man statt der Waffe nach IP-Adressen, Logfiles und anderen Spuren der Verbrecher suche. Aufgrund einer IP-Adresse habe man in dieser Woche einen Anlagebetrüger aufgrund seiner Hotmail-Adresse aufgespürt, der Opfern seit zehn Jahren wiederholt Geld für die Erschließung einer angeblichen Goldmine abgeluchst habe.

Auch im Falle der "Nigeria-Connection" seien zwei Secret-Service-Beamte im Einsatz; allerdings sei die Zahl der Nigerianer, die sich dieses Musters bedienten, deutlich größer als die Zahl verfügbarer Agenten. Genau deshalb wolle man sich um technische Lösungen für Verbrechenskategorien bemühen.

Unterstützt wurden Crabb und Rodriguez von Fred Demma, CEO des Halbleiter- und Speicherchip-Unternehmens Dolphin Technologies, der bereits seit mehreren Jahren Mitglied in der New Yorker ECTF ist. "Wir stehen als Unternehmer und Wissenschafter vor der Wahl: Wir akzeptieren Regulierungen, wir akzeptieren die Lösungen, die Strafverfolger uns diktieren oder wir arbeiten mit euch hier und Unternehmen wie Cisco in solchen Task Forces zusammen." Für ihn sei die Wahl klar; Regulierung durch Behörden, die von der Technik nur eine vage Ahnung hätten, lehne er auf jeden Fall ab. Rodriguez und Crabb luden die Studenten zu Praktika in den gemeinsamen Task Forces ein.

So richtig überzeugt wirkten die Zuhörer nach der Präsentation der Cops allerdings nicht. Gerade im Fall von Kreditkartenbetrug empfahl man den Blick nach Europa. Dort sei diese Art des Verbrechens durch eine bessere Sicherung durch eine PIN wesentlich weniger verbreitet. Einzelne Zuhörer warfen den Cops Ausspähgelüste und mangelnde Bereitschaft vor, auch im Falle von Identitätsdiebstahl zu ermitteln -- und nicht nur beim Verkauf von Ebay-Identitäten im großen Stil. Während die Cops sich im übrigen sehr für den Hinweis interessierten, dass es bereits "Verbrechen zum Download" gebe, konnten sie nicht so richtig lachen über die Empfehlung, durch das Verbot einer Monokultur auf dem Browsermarkt für mehr Sicherheit zu sorgen. (Monika Ermert) / (anw)

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