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Cygnus-Raumfrachter soll "kältesten Punkt des Alls" zur ISS bringen

Zum neunten Mal soll am Sonntag der private Raumfrachter Cygnus zur ISS starten. An Bord ist wie immer Nachschub, aber diesmal auch ein ganz besonderes Experiment: Mit dem CAL-Labor soll der kälteste Punkt im ganzen Universum geschaffen werden.

Cygnus-Raumfrachter soll "kältesten Punkt des Alls" zur ISS bringen

Darstellung des Cold Atom Labs

(Bild: NASA/iGoal Animation)

Kalt, kälter, "CAL": Mit einem Eisschrank-großen Labor will die US-Raumfahrtbehörde NASA den "kältesten Punkt des Universums" schaffen. Das "Cold Atom Laboratory" (CAL) soll am Sonntag an Bord des privaten Raumfrachters Cygnus vom US-Bundesstaat Virginia aus zur Internationalen Raumstation ISS starten und am Donnerstag dort ankommen, wie die NASA mitteilte.

In dem vom NASA-Team im kalifornischen Pasadena entwickelten und rund 83 Millionen US-Dollar (etwa 70 Millionen Euro) teuren Labor befinden sich Laser, eine Vakuum-Kammer und eine Art elektromagnetisches Messer. Damit sollen Gas-Partikel auf ein milliardstel Grad über dem absoluten Nullpunkt bei rund -273 Grad Celsius heruntergefroren werden. Das ist kälter als in den Tiefen des Universums.

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Wenn Atome so weit abgekühlt werden, können sie einen extremen Aggregatzustand annehmen – das sogenannte Bose-Einstein-Kondensat. Sie benehmen sich dann weniger wie Partikel, sondern eher wie Wellen. Bislang haben Wissenschaftler diesen Zustand nie bei derart kalten Temperaturen beobachten können, wie sie es sich von CAL erhoffen – und nie in der Schwerelosigkeit.

Die Erdanziehungskraft zieht die Partikel herunter, sodass Forscher sie auf der Erde bislang immer nur für Bruchteile von Sekunden beobachten konnten. Auf der ISS könnten extrem kalte Atome ihre Wellenform der NASA zufolge bis zu zehn Sekunden lang beibehalten. "Diese extrem kalten Atome zu erkunden, könnte unser Verständnis von Materie und der fundamentalen Natur der Erdanziehung verändern", sagte Nasa-Projektmanager Robert Thompson.

Fünf Teams von Wissenschaftlern haben Forschungen mit dem CAL angekündigt. Darunter ist auch der Physiknobelpreisträger Eric Cornell, der die Auszeichnung 2001 für frühe Forschungen zum Bose-Einstein-Kondensat erhalten hatte. Die CAL-Mission ist zunächst auf ein Jahr angelegt, könnte aber auf bis zu fünf Jahre ausgeweitet werden. (dpa) / (mho)

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