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Cypress will F-RAM-Entwickler Ramtron übernehmen

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c't Magazin
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Ramtron verwendet für F-RAM keramische Dünnfilme aus Bleizirkonattitanat (PZT).

(Bild: Ramtron)

Schon seit einigen Jahren liefert der Speicherchip-Spezialist Ramtron ferroelektrisches RAM vor allem für Embedded Systems. Nichtflüchtiges F-RAM steckt beispielsweise in RFID-Tags oder Hörgeräten. Am 12. Juni hatte der deutlich größere Chiphersteller Cypress Semiconductor aus Kalifornien ein Angebot zum Kauf von Ramtron-Aktien für 2,48 US-Dollar pro Stück veröffentlicht. Das Ramtron-Management lehnte dieses Angebot auch nach einer Erhöhung auf 2,68 US-Dollar pro Aktie ab, obwohl der Kurs seit rund einem Jahr niedriger liegt und vor dem Cypress-Angebot sogar deutlich unter 2 US-Dollar lag. Cypress hat das Angebot nun bis zum 3. August verlängert. Der Ramtron-Aktienkurs kletterte zwischenzeitlich auf mehr als 3 US-Dollar.

Ramtron verwendet für F-RAM ferroelektrische Dünnfilme aus einer Bleizirkonattitanat-Keramik, kurz PZT: Pb(Zr, Ti)O3. In F-RAM beziehungsweise FRAM oder FeRAM hatten Anleger und Entwickler ebenso wie in MRAM hohe Erwartungen gesetzt: Im Prinzip vereinen diese Speicherzellen die Eigenschaften von flüchtigem, aber schnellem DRAM mit nichtflüchtigem Flash-Speicher. Von der Speicherdichte her kommen viele der nach teilweise jahrzehntelanger Entwicklung aktuell lieferbaren FRAM- oder MRAM-Bauelemente aber nicht einmal an DDR3-SDRAM heran, das mit 4 Gigabit (GBit) in Großserie produziert wird. NAND-Flash erreicht zumindest mit Triple-Level-Cell-(TLC-)Technik mittlerweile sogar 128 GBit pro Chip. MRAM- und FRAM-Chips mit bis zu 64 MBit werden bisher vor allem als NOR-Flash-Ersatz in Bereichen eingesetzt, wo sie ihre besonderen Vorzüge ausspielen, etwa Widerstandsfähigkeit gegen häufiges Beschreiben oder Unempfindlichkeit gegen höhere Temperaturen oder kosmische Strahlung. In Zukunft könnte Flash unter anderem durch ReRAM oder Memristoren abgelöst werden. (ciw)