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D21-Studie: Tablets und Laptops für alle Schüler

Um digitale Medien im Unterrichtsalltag angemessen einsetzen zu können, sollte in der Sekundarstufe jeder Schüler über ein mobiles Endgerät verfügen und Programmieren Wahlpflichtfach werden, hat eine Studie der Initiative D21 ergeben.

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"Digitale Medien müssen als selbstverständliche Bestandteile des normalen Fachunterrichts integriert werden und jederzeit adäquat einsetzbar sein", heißt es in einer am Mittwoch in Berlin präsentierten Studie der Initiative D21. Die dafür nötige technische Infrastruktur werde an den Schulen zwar zunehmend aufgebaut. Es existiere aber noch "erheblicher Aufholbedarf".

Digitale Lehr- und Lernmittel könnten nur dann sachgerecht eingesetzt werden, wenn Grundschulen "mit einer ausreichenden Zahl mobiler Klassensätze" mit Laptops oder Tablets ausgestattet werden. In Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien müsse jeder Schüler ein eigenes mobiles Endgerät haben, das jederzeit sowohl im Unterricht als auch zu Hause als persönliches Arbeitsmittel genutzt werden kann.

Die Autoren der Studie von der Berliner Kommunikationsagentur Atene greifen so ein Thema auf, das schwarz-rote Netzpolitiker bereits umtrieb, als sie am Koalitionsvertrag arbeiteten. Der damals laut gewordene Ruf fiel aber dem Rotstift der Finanzpolitiker zum Opfer. In der unter anderem von Google und Texas Instruments unterstützten Studie zur "Medienbildung an deutschen Schulen" heißt es nun, die Politiker müssten entscheiden, ob die technischen Utensilien "der Lernmittelfreiheit unterliegen" oder über die Eltern möglichst sozialverträglich finanziert werden sollten.

Für die Studie haben die Autoren den aktuellen Stand der schulischen Medienbildung in Deutschland "anhand öffentlich zugänglicher Informationen" analysiert. Außerdem haben sie Expertengespräche geführt und Schulen ermittelt sowie ausgewertet, die beispielhaft Medienkompetenz vermitteln und mit IT-ausgerüstet sein sollen.

Schulische IT-Netzwerke sowie deren Administration und Wartung müssten deutlich professionalisiert werden, schreiben die Autoren. Länder und Schulträger hätten die Voraussetzungen zu schaffen für ein standardisiertes Serverkonzept, leistungsfähige Internetzugänge und WLAN sowie einen "reibungslosen technischen Support", wie er in anderen Behörden oder Wirtschaftsunternehmen selbstverständlich sei. Es bringe wenig, wenn diese Aufgabe einzelne engagierte Lehrer "nebenbei" wahrnähmen. Das hat auch eine ebenfalls am heutigen Mittwoch erschienene Umfrage der Lehrergewerkschaft VBE ergeben.

Es gebe "viele Bemühungen und gute Ansätze für die schulische Vermittlung von Medienkompetenz", dabei unterschieden sich die einzelnen Bundesländer aber beträchtlich. Meist sei der Bildungsauftrag nur recht unverbindlich und wenig konkret in Lehr- und Bildungsplänen sowie der Schulevaluation verankert. Noch die besten Noten erhielten Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Dabei seien die meisten Lehrer digitalen Medien im Unterricht gegenüber positiv eingestellt. Etwa jeden fünften Pädagogen zählen die Autoren der Studie aber zur "Gruppe der Skeptiker, die den Einsatz digitaler Medien in der Schule überwiegend kritisch sehen". Lehrer sollten sich fortbilden müssen, um deren eigene Medienkompetenz zu festigen und den pädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien im Unterricht praxisbezogen – anhand der in der Schule verfügbaren Technik und den Lehrmitteln – zu trainieren. (anw)