DARPA sucht Drohnen-Überwachungssystem für Städte

Auf freiem Felde sind Drohnen einfach zu überwachen, innerhalb von Städten können sie aber leicht außer Sicht geraten. Die DARPA sucht nun Überwachungssysteme, die auch in Städten funktionieren. Sie sollen die Terrorgefahr durch UAS eindämmen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 20 Beiträge

Konzeptskizze – so könnte ein UAS-Überwachungssystem für den städtischen Luftraum laut DARPA aussehen

(Bild: DARPA)

Von

Die US-amerikanische Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) ist auf der Suche nach Überwachungssystemen für kleine unbemannte Fluggeräte (UAS) im städtischen Raum. Das System soll in der Lage sein, die vielen zivil genutzten kleinen Drohnen, die nicht höher als etwa 300 Meter fliegen, in Städten zu überwachen und zu identifizieren. Dafür hat die DARPA das "Aerial Dragnet"-Programm gestartet.

Zwar sei es vornehmlich für die Sicherung des städtischen Luftraums für US-amerikanische Truppen im Ausland gedacht, die DARPA könne sich aber vorstellen, eine vergleichbare Technik auch in den USA einzusetzen. Das Überwachungssystem sei eine Sicherheitsmaßnahme gegen terroristische Angriffe via Drohnen.

Jeff Krolik, Programm-Manager der DARPA, erklärte, dass es schon einige kommerzielle Webseiten gibt, die auf Karten live darstellen, wie sich Flugzeuge weltweit am Himmel bewegen. Die DARPA wolle eine vergleichbare Plattform "zur Identifizierung und Verfolgung langsamerer, tieffliegender unbemannter Fluggeräte, speziell in städtischen Umgebungen".

Es seien zwar bereits einige Systeme zur Verfolgung von UAS entwickelt worden – diese basierten allerdings auf Überwachungsmethoden, die in Gegenden genutzt werden, die eine große Sichtweite zulassen. Für die Nutzung im städtischen Raum seien diese Systeme ungeeignet.

Der DARPA schwebt für Städte eine Technik vor, die selbst mit Drohnen als Überwachungsinstanzen arbeitet. So skizziert die Agentur ein System, welches aus mehreren Drohnen besteht, die miteinander kommunizieren. Diese würden etwa durch Kabel mit Strom versorgt oder selbstständig lange fliegen können.

Dieses Drohnen-Cluster würde sich über der Stadt positionieren und jeweils eine Drohne eine ganze Nachbarschaft überwachen können. Mittels spezieller Sensortechnik sollten die Drohnen in der Lage sein, nicht nur die Flächen über Gebäuden, sondern auch Räume dazwischen zu erkennen. Die DARPA nennt dies "non-line-of-sight tracking" (NLOS) – die Überwachungstechnik sollte kleine UAS selbst dann noch verfolgen können, wenn sie "außer Sicht" sind. Aus den gesammelten Daten entstehe dann ein sich ständig aktualisierendes Lagebild für den städtischen Luftraum.

Abseits von ihrer eigenen Vision erwartet die DARPA eine Vielzahl von innovativen Vorschlägen für ihr Aerial Dragnet. (kbe)