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DB-Alternative Locomore gestartet: Mit WLAN von Stuttgart nach Berlin

Zugreisende haben seit Mittwochmorgen mit Locomore zwischen Berlin und Stuttgart eine Alternative zur Deutschen Bahn. Dabei handelt es sich um einen ehemaligen IC-Zug, der täglich zwischen der Hauptstadt und Süddeutschland verkehrt.

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Bahn-Alternative Locomore gestartet: Strecke Stuttgart-Berlin und zurück

Alternative zu Deutscher Bahn: Locomore fährt zwischen Stuttgart und Berlin.

(Bild: Locomore)

Komplett durch Crowdfunding finanziert und nun auf den Schienen zwischen Stuttgart und Berlin unterwegs – das ist der neue orangefarbene Zug "Locomore". Seit Mittwochmorgen bedient er die Strecke von Stuttgart über Vaihingen/Enz, Heidelberg, Darmstadt, Frankfurt am Main, Hanau, Fulda, Kassel, Göttingen, Hannover, Wolfsburg bis nach Berlin und zurück. Über 600.000 Euro haben Privatpersonen und Unterstützer der Gesellschaft vorab zur Verfügung gestellt, unter anderem über die Crowdfunding-Plattform startnext.

Die Internetnutzung über WLAN ist auf der Fahrt kostenlos. Tickets kosten zwischen 7 und 65 Euro im Basic-Tarif, für mehr Komfort werden im Business-Bereich 13 bis 98 Euro pro Fahrt fällig. Dafür werden in diesem Tarif auch nur drei der sechs Plätze im Abteil belegt. Inklusive sind hier auch Snacks und Getränke, wie von Flugreisen bekannt.

Etwa 150 Gäste fuhren am heutigen Mittwoch erstmals mit dem Zug von Stuttgart nach Berlin-Lichtenberg, bis zu 500 Reisende fasst ein Locomore mit seinen neun Personenwagen pro Fahrt. Nach der Trennung von Gleissystem und Fahrbetrieb bei der Deutschen Bahn können andere Zugfirmen die Gleise zu den gleichen Bedingungen wie die Bahn selbst nutzen. Locomore hat sich die Strecke von Berlin nach Stuttgart bis 2020 per Vertrag gesichert. Weitere Strecken sind bereits reserviert: Berlin-Köln, Berlin-Rügen und Frankfurt-München sollen ab 2017 hinzukommen. Bei der Bezahlung des Personals will sich Locomore an den Tarifen der Deutschen Bahn orientieren.

Als alternatives Bahnmodell möchte die Gesellschaft im Gegensatz zu Fernbussen und Mitfahrkonzepten seine Kunden über Gleise von A nach B bringen. Mit an Bord sind Bio-Catering und Bedienung am reservierten Sitzplatz ohne Aufpreis. Kunden suchen sich bei der Buchung auf der Homepage ihren gewünschten Platz aus: Ruhe- oder Handybereich, Großraumabteil mit Ledersitzen oder doch lieber Abteil, wenn nicht gleich Themenabteil. Themenabteile sind derzeit beispielsweise mit der Gesprächsgrundlage "Start-up Networking", "Englisch" oder "Fotografie" verfügbar. Wer auf der Fahrt zu einem dieser Bereiche mit bisher fremden Menschen sprechen möchte, bucht sich dort einen Platz.

Mit modernisiertem IC-Wagen und maximal 200 km/h ist der Locomore deutlich schneller als der Fernbus und etwas langsamer als der ICE, außerdem werde nur Ökostrom von Naturstrom genutzt. "Wir versuchen, den Zugbetrieb in allen denkbaren Bereichen so ökologisch wie möglich zu gestalten", erklärt Derek Ladewig, Gründer, Gesellschafter und Geschäftsführer von Locomore. "Dazu gehört natürlich auch, dass unser Zug mit echtem Ökostrom von einem der wenigen unabhängigen Anbieter fährt." Über 4000 Tonnen CO2 sollen dadurch jährlich im Zugbetrieb eingespart werden. (lel)

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