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DDR4-Speicher: Preisschwankungen durch Handelsstreit in Ostasien

Der Handelskonflikt zwischen Japan und Südkorea sorgt für Preissteigerungen bei DDR4-Speichermodulen. Besserung ist jedoch in Sicht.

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(Bild: Mark Mantel/heise online)

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Die Preise vieler Arbeitsspeicher-Kits steigen zurzeit deutlich an. Das hängt offenbar mit dem Handelskonflikt zwischen Japan und Südkorea zusammen, der die zwei weltweit größten Speicherhersteller betrifft – Samsung und SK Hynix.

Marktforscher erwarten, dass sich die Auswirkungen aber nur kurzfristig zeigen. Bis zum Jahresende sollen die Preise wieder auf ein niedriges Niveau sinken. Immerhin gibt es parallel zu weiteren Verschärfungen auch Anzeichen für eine mögliche Entspannung zwischen Japan und Südkorea.

Wie die Japan Times berichtet, hat Japan jüngst wieder Auslieferungen spezieller Fotolacke an die südkoreanische Halbleiterindustrie genehmigt. Diese sollen primär an Samsung zur Chipfertigung gehen. Der Fotolack ist zur Belichtung von Siliziumchips nötig. Daneben kommen für die Halbleiterfertigung große Mengen an Polyimiden und Fluorwasserstoff aus Japan. Deren Ausfuhr war ebenfalls beschränkt worden.

Zahlreiche DDR4-Arbeitsspeicher-Kits sind in den vergangenen Wochen um über 20 Prozent im Preis gestiegen. Das beliebte G.Skill-Aegis-Kit mit 2 × 8 GByte DDR4-3000 zum Beispiel kostet derzeit rund 80 Euro (ab 65,90 €) statt früher 60 Euro. Betroffen sind alle Modulhersteller, die keine eigene Chipfertigung haben.

Die DDR4-Kits von Crucial dagegen sind bisher preisstabil – und somit momentan besonders attraktiv. Der Anbieter verwendet Bausteine vom Mutterunternehmen Micron, das seine Chipfertigung in den USA hat und dementsprechend nicht von dem Handelskonflikt betroffen ist.

Grundsätzlich wirken sich die Verzögerungen auch auf die Produktion von NAND-Flash für SSDs aus. Sie schlagen sich bisher aber nicht im Einzelhandel nieder, vermutlich weil die Lager noch voll sind.

Japan hat Südkorea Anfang August von einer "weißen Liste" für den Export genommen. Seither lässt der Staat die Inhalte jedes einzelnen Liefervertrags überprüfen, statt pauschal mehrjährige Exportgenehmigungen zu erteilen. Als Begründung nennt Japan Bedenken, dass die Materialien in die Waffenindustrie gehen könnten. Eigentlicher Hintergrund sind aber Uneinigkeiten über die Entschädigung für koreanische Zwangsarbeit während Japans Kolonialherrschaft bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. (mma)