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DDoS-Attacke auf Wikileaks vor angekündigter Veröffentlichung [Update]

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Die Whistleblower-Website Wikileaks wurde am heutigen Sonntag nach eigenen Angaben Opfer einer DDoS-Attacke (distributed Denial of Service). Der Angriff erfolgte demnach wenige Stunden vor der angekündigten Veröffentlichung von rund 250.000 diplomatischen Depeschen des US-amerikanischen Außenministeriums aus der Zeit von 2004 bis 2010; ein Bericht stammt aus dem Jahr 1966. Als erste Zeitung reagierte der britische Guardian. Er kündigte an, dass er wie bei der Veröffentlichung der Irak-Protokolle verfahren und selbst Auszüge veröffentlichen werde. In Deutschland wird voraussichtlich das Nachrichtenmagazin Der Spiegel gegen 22.30 Uhr ausgewählte Depeschen veröffentlichen. Momentan ist Wikileaks über das Internet erreichbar.

Die USA hatten vehement dagegen protestiert, dass Wikileaks geheime US-Depeschen veröffentlicht. In einem Schreiben an die britische Wikileaks-Rechtsanwältin hieß es, dass die Veröffentlichung das Leben von zahlreichen Unschuldigen, von Journalisten, Menschenrechtlern, Bloggern und Soldaten gefährde. Gegen diese Sicht der Dinge verwahrte sich Wikileaks-Sprecher Julian Assange in einer Video-Botschaft, die im Rahmen der Konferenz arabischer Journalisten in Jordanien eingespielt wurde. "So weit wir es überblicken und soweit es irgendjemand in irgendeiner glaubwürdigen Form vorgetragen haben könnte, ist keine einzige Person bisher durch irgendeine unserer Veröffentlichungen gefährdet worden."

[Update]:
Mittlerweile wurden die Wikileaks-Veröffentlichung der Depeschen von US-Diplomaten sowie die Begleitberichte im britischen Guardian, in der amerikansichen New York Times, in der französischen Le Monde, im spanischen El Pais und im Spiegel freigegeben. Der Spiegel macht in seinem neuen Heft zudem mit der Titelgeschichte "Enthüllt: Wie Amerika die Welt sieht" auf. Die Wikileaks-Macher verkündeten über ihren Twitter-Acount, man solle das ganze auf dem Microblogging-Dienst unter dem Hashtag #cablegate diskutieren. (anw)

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