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DGB-Umfrage: Digitalisierung sorgt für mehr Arbeitsbelastung und Kontrolle

Eigentlich soll die Digitalisierung für mehr Flexibilität sorgen und Arbeitnehmer auch entlasten. In der Realität bedeutet sie aber für Beschäftigte mehr Belastung, mehr Hetze und mehr Multitasking. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor.

Büro, Arbeitsplätze

(Bild: Heise<br>)

Beschäftigte in Deutschland haben das Gefühl, dass die Arbeitsbelastung und die Arbeitsmenge durch die Digitalisierung nicht weniger geworden ist, sondern sogar zugenommen hat. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbunds hervor, die bei Arbeitnehmern nach Konsequenzen fortschreitender Digitalisierung gefragt hat. Demnach ist dadurch für 46 Prozent der Beschäftigen die Arbeitsbelastung größer geworden. Nur für 9 Prozent hat sie sich demnach verringert. Eine gewachsene Arbeitsmenge beklagen demnach sogar 54 Prozent. 7 Prozent konstatierten eine Verringerung, der Rest sieht keine Veränderung.

Ein mehrheitlich wahrgenommene Konsequenz der Digitalisierung ist auch eine größer gewordene Zahl an gleichzeitig zu bewältigenden Aufgaben. Diesen verstärkten Hang zum Multitasking haben demnach 56 Prozent der Befragten beobachtet, nur 5 Prozent erleben einen Rückgang gleichzeitig zu erledigender Aufgaben. Mit 46 Prozent sieht sich außerdem fast die Hälfte der Beschäftigten durch Digitalisierung einer verstärkten Überwachung und Kontrolle ihrer Arbeitsleistung gegenüber. Lediglich 4 Prozent erleben hier einen Rückgang. Trotz dieser negativen Erfahrungen haben 74 Prozent der Beschäftigten das Gefühl nur in geringem oder sogar gar keinem Maß Einfluss auf den Einsatz digitaler Technik nehmen zu können.

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Damit zieht die Umfrage größtenteils ein negatives Fazit der Digitalisierung, die eigentlich eine Verbesserung der Arbeitswelt verspreche, wie der DGB erläutert. Zumindest in Teilen werde eine solche aber erkannt. So haben 27 Prozent der Beschäftigen das Gefühl, dass ihre Entscheidungsspielräume durch die Digitalisierung gewachsen sind – 13 Prozent erleben das Gegenteil. Außerdem erkennen 21 Prozent eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (gegenüber 11 Prozent). Insgesamt sehen die Arbeitnehmervertreter angesichts der Umfrageergebnisse akuten Handlungsbedarf und fordern eine stärkere Beteiligung der Beschäftigten bei der Digitalisierung der Arbeitswelt: Wenn Beschäftigte die Digitalisierung als Intensivierung ihrer Arbeit erleben und nicht als Entlastung, dann laufe etwas schief. (mho)

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