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DIN sagt "Ja" zu Microsofts Dokumentenformat OpenXML

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Das für den nationalen Entscheidungsprozess für die beantragte Norm ISO/IEC DIS 29500 für OpenXML (OOXML) zuständige Arbeitsgremium beim Deutschen Institut für Normung (DIN) hat mit 13 zu 4 Stimmen für OpenXML als Standard gestimmt. Das teilt der Linux-Verband heute mit. Deutschland werde damit auch bei der Internationalen Organisation für Normung (ISO) für Microsofts Dokumentenformat stimmen. Die Ja-Stimmen beinhalteten auch Vorbehalte, heißt es.

"Sicherlich bedeutet die deutsche Haltung nicht, dass OOXML den Weg zur ISO-Standardisierung bereits geschafft hat, dennoch halte ich für wichtig, neben der Fundamentalopposition auch andere Wege aufzuzeigen, die den Anwendern Interoperabilität ermöglichen", zeigt sich Elmar Geese, erster Vorsitzender des Linux-Verbands, pragmatisch. Zwar zweifle er am Sinn des Microsoft-Formats, gegenüber den früheren Binärformaten stelle es aber einen Fortschritt dar, das es analysierbar und besser integrierbar sei. Als "gelebter Standard" ergebe es aber keinen Sinn, da es lediglich von einem Unternehmen kontrolliert werde.

Der Microsoft-Standard sei mit 6000 Seiten Umfang für Konkurrenten nicht vollständig implementierbar, es sei auch nicht davon auszugehen, dass ein einziges Microsoft-Produkt das tue, meint der Verband. Nach der DIN-Entscheidung müsse man aber davon ausgehen, dass Microsoft mit seiner Lobbymacht genug Einfluss habe, die ISO-Standardisierung auch zu erreichen. Deswegen solle man sich auf eine "vernünftige Untermenge von Funktionen verständigen, und für diese ein Mapping zwischen ODF und OOXML definieren".

Auf dem gleichen Weg fährt die Swiss Internet User Group in ihrer jüngst geäußerten Kritik am Standarisierungsprozess für OpenXML in der Schweiz. Dort entstand zusätzlich Unmut durch angebliche persönliche Interessensverquickungen des Vorsitzenden des Normungskomitees. Neuseeländische Open-Source-Befürworter wiesen zudem auf mögliche Patentprobleme in der umfangreichen OpenXML-Spezifikation hin.

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(anw)