Menü

DLD: Vom guten und vom besseren Leben

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 15 Beiträge
Von

Die OECD hat auf der Internetkonferenz DLD die deutsche Version ihrer Website Better Life Index vorgestellt. Der Index soll für jedes Land Daten liefern, mit denen Seitenbesucher je nach persönlicher Gewichtung die Frage nach der persönlichen Lebensqualität beantworten können. Die Antworten auf die weltweit gestellte Grundfrage "How is life?" – bei uns eingedeutscht als "Besseres Leben, wie und wo?" – soll überdies OECD-Planern helfen, einen Blick auf die Dinge abseits vom Bruttoinlandsprodukt zu bekommen, die den Menschen als lebenswichtig erscheinen.

Für die Deutschen sind Gesundheit und Lebenszufriedenheit die wichtigsten Faktoren in der persönlichen Lebensgestaltung, während Arbeit, Einkommen und Wohnen auf den hintersten Plätzen folgen. Arbeit und Einkommen spielen wiederum für Spanier und Griechen die herausragende Rolle, wenn sie ein gutes Leben definieren. Weltweit sind Japaner die absolute Ausnahme: Bei ihnen ist "Sicherheit" das alles überstrahlende Qualitätsmerkmal.

Der Better Life Index zeigt nach Darstellung der OECD eindeutig, dass Deutschland gut durch die ökonomische Krise gekommen ist und die Deutschen deswegen sehr zufrieden sind: von 2007 bis 2011 stieg die Zufriedenheit in die persönliche Lebensqualität von 53 auf 61 Prozent der Befragten. Im Vergleich zu anderen Ländern belegt Deutschland bei Erziehung und Bildung und bei der Umweltqualität Spitzenplätze, während es nach den OECD-Zahlen zu den Schlusslichtern beim Bürgerengagement gehört, weil bei uns die Zahl von Ehrenamtlichen und Freiwilligen kontinuierlich sinkt. Als einziges von der OECD beobachtetes Land konnte in Deutschland eine Zunahme des Vertrauens in die Regierung gemessen werden. Es stieg von 35 Prozent im Jahre 2007 auf 41 Prozent im Jahre 2011.

Bezogen auf Deutschland sind Berliner mit großem Abstand diejenigen, die am meisten am Better Life Index interessiert sind. Außerdem dominieren Männer im Alter von 25 bis 34 Jahren die OECD-Studie. Mit der Veröffentlichung der deutschen Version des Better Life Indexes hoffen die OECD-Forscher, andere Alterskohorten ins Visier nehmen und befragen zu können. OECD-Kommunikationsdirektor Anthony Gooch betonte zur Vorstellung der deutschen Website, dass man auf lange Sicht ein neues Instrument zur Hand hat, um den sozialen Fortschritt messen zu können. (mho)