Menü

DNS-Probleme bei Akamai beeinträchtigten Web [Update]

vorlesen Drucken Kommentare lesen 59 Beiträge

Diverse Webseiten großer Anbieter wie beispielsweise Microsoft, Apple, Yahoo oder Google waren heute teilweise schwierig oder gar nicht zu erreichen -- eine DNS-Fehlermeldung beendete den Versuch, Kontakt mit den Sites aufzunehmen. Alle betroffenen Sites arbeiten mit den Web-Loadbalancing-Unternehmen Akamai zusammen, das auch DNS-Dienstleistungen bietet. Von dem Fehler bei der DNS-Auflösung waren aber nicht die Second Level Domains (etwa google.com oder apple.com) betroffen, sondern nur die einzelnen Hosts wie www.yahoo.com oder mail.yahoo.com.

Nach den Angaben in einer Diskussion der North American Network Operators Group machten sich die Schwierigkeiten mit den Akamai-DNS-Servern weltweit bemerkbar. Viele Sites sind mittlerweile wieder zu erreichen -- laut SANS Institute, nachdem sie auf andere DNS-Server umstellten. Auch die Mail-Server bei Yahoo, die gerade auf größeren Speicherplatz für die User aufgerüstet wurden, sind mittlerweile wieder zu erreichen -- wenn auch recht langsam.

Bislang ist nicht bekannt, welche Ursache die DNS-Probleme bei Akamai haben; von der Firma gibt es momentan noch keine Stellungnahme zu den erneuten Problemen. Erst Ende Mai hatte ein Bug in der Management-Software dazu geführt, dass die Websites von Akamai-Kunden nur schwer oder gar nicht zu erreichen waren.

[Update]:
Mittlerweile reagierte Akamai auch in der Öffentlichkeit auf die Vorfälle und machte eine Distributed-Denial-of-Service-Attacke für die Störungen verantwortlich: Es habe sich um einen "großangelegten Angriff auf die Internet-Infrastruktur" gehandelt. Gegenüber der Washington Post meinte Akamai-Sprecher Jeff Young, man sehe keinen Grund für die Annahme, dass sich die Attacke allein gegen Akamai gerichtet habe. Young gab allerdings keine Erklärung dafür, warum offensichtlich nur die DNS-Dienste von Akamai von dem Angriff betroffen waren. Auch sollten sich eigentlich gerade die Loadbalancing-Techniken von Akamai gegenüber solchen DDoS-Angriffen noch relativ widerstandsfähig zeigen -- eines der Argumente, das Akamai für die Vermarktung seiner Dienste nutzt. Bereits bei dem Vorfall Ende Mai sprach Akamai zuerst von einem DoS-Angriff, bevor später ein Softwarefehler als Ursache ausgemacht wurde. (jk)