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DNUG: Lotus Notes und IBM Workplace als SAP-Frontend

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Auf dem IBM Lotus Technical Forum demonstrierte IBM erstmals den Ende vergangener Woche angekündigten Lotus Notes Access for SAP. Mit Hilfe dieser Erweiterung kann ein Notes-Anwender eine Reihe von Vorgängen im SAP-System bearbeiten.

Der Zugriff wird über den schon seit Jahren existierenden Lotus Notes Connector for SAP R/3 realisiert. Während man diese Verbindung bisher vor allem auf dem Domino-Server genutzt hat, installiert IBM diesen Zugang direkt auf dem Notes Client. Anpassungen in Mail-Schablone und Adressbuch geben dem Benutzer dann einen direkten Zugriff auf das SAP-System ohne eine SAP-GUI zu verwenden. IBM hat zunächst sieben Use Cases definiert, von denen die ersten fünf im Laufe dieser Woche als Download zur Verfügung stehen:

  1. Urlaubsantrag
  2. Time Reporting
  3. Kontaktmanagement
  4. Workflow Integration
  5. Report Generator
  6. Employee Self-Service
  7. Besprechnungsplanung

Mit dem Time Reporting kann man beispielsweise Kalendereinträge direkt ins CATS (Cross Application Time Sheet) übertragen und auf diese Weise Arbeitsaufwände direkt in SAP buchen. Das Kontaktmanagement gleicht Einträge im persönlichen Adressbuch gegen SAP HR ab.

Die neuen Notes-Schablonen für Notes 7.0.1 sowie die Installation des Connectors können Passport-Kunden und Business Partner im Laufe dieser Woche von Passport Advantage und PartnerWorld herunterladen. Die englische Version wird den Namen L-GHUS-6N4M8B.exe tragen. Diese Version sollte man mit einer gewissen Vorsicht testen, weil sie erst für englische Installationen getestet ist. Eine deutsche Version wird innerhalb eines Monats erwartet. Nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Datumsformate sollte man diese Version abwarten. Mit Notes Version 7.0.2 wird Lotus Notes Access for SAP Solutions standardmäßig ausgeliefert. Bis dahin sollen alle sieben Use Cases implementiert sein.

Im Umfeld dieser Produkterweiterung ist es sicherlich interessant, dass IBM eine seit vielen Jahren bestehende Lösung aufgehübscht hat, um sie dem Anwender näher zu bringen. Anstelle mit Hilfe des Notes Connectors for SAP R/3 selbst Anwendungen entwickeln zu müssen, liefert IBM die Integration gleich als Anwendungsschablone aus. Da diese Templates schon immer mit Source Code geliefert wurden, kann man sie für eigene Lösungen anpassen. Eine Motivation für dieses neue Angebot dürfte sicher sein, dass Microsoft unter dem Code-Namen Mendocino eine Verbindung zwischen Microsoft Office 2007 und MySAP ERP 2005 entwickelt. Anders als die Microsoft-Lösung kann IBM aber alle Kunden bedienen, die mit der gängigen Version SAP R/3 4.6c arbeiten.

Das ebenfalls letzte Woche angekündigte IBM Workplace for SAP dagegen richtet sich wohl eher gegen SAPs Netweaver-Plattform. IBM demonstriert mit dem neuen Workplace ein Portal, das als umfassender Client für SAP-Systeme vorkonfiguriert ist. (vowe)

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