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DSL auf Speed: Super-Vectoring für satte Download-Raten

Super-Vectoring kitzelt mit 250 MBit/s das Allerletzte aus der Telefonleitung. Das gibt nicht nur bei großen Spiele-Downloads mehr Komfort.

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DSL auf Speed: Super-Vectoring für satte Download-Raten
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Super-Vectoring nutzt im Vergleich zum bisherigen Vectoring auf der Leitung einen doppelt so großen Frequenzbereich. Der reicht nun bis über 30 MHz und liefert bis zu 250 MBit/s statt der bisher maximalen 100 MBit/s.

Für die Umrüstung auf Super-Vectoring müssen die am Straßenrand stehenden MSAN (Multi Service Access Node) – die großen grauen Kästen am Straßenrand mit aktiver Kühlung – mit neuer Hardware ausgestattet werden. Die meisten der sechs Millionen Haushalte, die zum Start am 1. August bereits zum Versorgungsbereich von Super-Vectoring gehören, sind erst kürzlich mit schnellem VDSL ausgestattet worden – die nagelneuen Vermittlungseinrichtungen beherrschen die neue Technik bereits.

Bis Ende 2018 will die Telekom erst 15 der 40 Millionen Haushalte in Deutschland mit Super-Vectoring ausgestattet haben. Außerdem sind die schnellen Anschlüsse auch bei 1&1 und Vodafone buchbar. Die Angebote unterscheiden sich vor allem durch den Preis. Bei 1&1 kostet der 250-MBit/s-Anschluss 45 Euro im Monat, bei der Telekom und Vodafone sind es 10 beziehungsweise 11 Euro mehr.

Ob der Anschluss von der Telekom für einen eigenen Kunden oder für einen von 1&1 oder Vodafone geschaltet wird, macht bei der erzielbaren Datenrate keinen Unterschied. c't hat die Super-Vectoring-Tarife der drei Anbieter im Detail aufgeschlüsselt.

Von den maximal 250 MBit/s sind nach Angaben der Telekom 200 normalerweise verfügbar, mindestens 175 MBit/s sind garantiert. Diese Rate werden voraussichtlich drei Viertel der Super-Vectoring-Anschlüsse erreichen. Den anderen bietet die Telekom zum gleichen Preis ein Rückfallprodukt an, bei dem normalerweise 145 und mindestens 105 MBit/s erreicht werden. Die Erweiterung per Super-Vectoring bedient nur den Downstream, der Upstream bleibt wie gehabt bei maximal 40 MBit/s.

Um Super-Vectoring nutzen zu können, benötigt man ein geeignetes Modem. Die Fritzbox 7490 erreicht maximal 100 MBit/s, nur die neuesten Modelle des Hersteller AVM beherrschen Super-Vectoring. c’t hat die ersten erhältlichen WLAN-Router für Super-Vectoring getestet, die das notwendige VDSL-Profil 35b beherrschen: Asus DSL-AC68VG, AVM Fritzbox 7590, Telekom Speedport W925V, TP-Link Archer VR2800v und Zyxel VMG8825. Letzteren vertreibt die Telekom als "Digitalisierungsbox Basic" für Firmenkunden.

Wer ein anderes Modem nutzt, bekommt nur dessen maximale Datenrate, also nicht mehr als 100 MBit/s. Anders herum lassen sich Super-Vectoring-Modems an jedem Anschluss mit der jeweils vollen Datenrate betreiben.

Ärgerlich: 1&1 dient seinen Kunden für den 250-MBit/s-Anschluss das VDSL-Modem beziehungsweise den Homeserver an, ein gebrandetes Fritzbox-Modell in der Standardversion. Beide können kein Super-Vectoring und lassen sich daher mit maximal 100 MBit/s betreiben. Für den TV-Kabel- und Mobilfunkbetreiber Vodafone ist der VDSL-Anschluss der Telekom dagegen ein Rückfallprodukt, das er nur dann anbietet, wenn gar nichts anderes mehr geht. Bei einer Online-Bestellung werden seine Kunden deshalb "zwangsumberaten" zum Internetanschluss per TV-Kabel.

Lesen Sie mehr zu Vorteilen und den Tücken der Umstellung auf Super-Vectoring in c't 19/2018:

(uk)

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