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DVB-T in Österreich gestartet

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Am heutigen Nationalfeiertag ist in Österreich der erste Teil des digitalen terrestrischen Fernsehnetzes eingeschaltet worden. Es besteht aus vorerst elf Sendern. In den neun Landeshauptstädten und deren Umgebung werden nun vier Monate lang ATV+, ORF1 und ORF2 parallel sowohl analog als auch digital ausgestrahlt. Danach werden die analogen Sender deaktiviert. Der ursprüngliche Starttermin Ende September war unter Verweis auf die Nationalratswahl am 1. Oktober auf den heutigen Donnerstag, verschoben worden.

Die Angaben darüber, wie viele Haushalte auf den Empfang terrestrischer TV-Übertragungen angewiesen sind und sich daher eine digitale Settop-Box kaufen müssen, gehen weit auseinander. Der ORF berichtet über 1,3 Millionen oder 40 Prozent, die Kabelnetzbetreiber sprechen von bloß elf Prozent. Rundfunkgebührenbefreite Haushalte sowie die ersten 100.000 Umsteiger können eine Förderung in Höhe von 40 Euro in Anspruch nehmen – aber nur, wenn sie eine etwa um diesen Betrag teurere Settop-Box mit MHP-Unterstützung (Multimedia Home Platform) und DVB-T-Prüfzeichen erwerben. Für diese Förderungen für DVB-T-Emfpänger stehen 7,5 Millionen Euro aus dem Digitalisierungsfonds zur Verfügung, der aus Rundfunkgebühren gespeist wird.

Ab heute erreicht das DVB-T-Signal des Multiplex A rund 70 Prozent der österreichischen Haushalte, Ende 2008 sollen es 90 Prozent sein – jeweils mit einer Empfangswahrscheinlichkeit von 95 Prozent. Der Vollausbau wird 2010 mit 95 Prozent erreicht. Die tatsächliche Versorgungsdichte wird je nach Bundesland unterschiedlich sein. Während für das Burgenland eine Abdeckung von 99 Prozent vorhergesagt ist, muss ein Fünftel der Tiroler Haushalte damit rechnen, Ende 2008 keinen digitalen terrestrischen Empfang zu haben. Der gewohnte Grad analoger bundesweiter Netzabdeckung wird mit DVB-T nie erreicht werden.

Nach Abschaltung der analogen Sender sollen im kommenden Jahr über den Multiplex B mit geringerer Reichweite zusätzliche TV-Programme ausgestrahlt werden. Welche Programme das sein werden, hängt von der ORF-Tochter ORS ab. Nur wer mit diesem Sendernetzbetreiber einen Vertrag hat, kann bei der Regulierungsbehörde eine Lizenz für digitalen Rundfunk beantragen. Ob sich alle derzeit analog verbreiteten Regionalsender die neuen ORS-Gebühren leisten können, bleibt abzuwarten.

Der größte österreichische Kabelnetzbetreiber UPC bietet Personen, die sich Kauf und Installation einer Settop-Box sparen möchten, "kostenlose" Kabel-Anschlüsse samt "Profi-Installation" an. Wer sich bis Jahresende neu anmeldet, spart das üblicherweise fällige Anschlussentgelt in Höhe von 50 Euro sowie das Geld für eine DVB-T-Box. Doch im kommenden Jahr soll auch mit der Digitalisierung der Kabelnetze begonnen werden. Die dann notwendigen Settop-Boxen für DVB-C werden mit vier Millionen Euro aus dem Digitalisierungsfonds gefördert. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)