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DVB-T2: ÜberallFernsehen, die Zweite

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Der DVB-Lenkungsausschuss hat die Spezifikation für die zweite Generation des digitalen terrestrischen Fernsehens DVB-T2 ratifiziert und veröffentlicht. Durch verbesserte Modulations- und Kodiertechnik verspricht DVB-T2 30 bis 50 Prozent bessere Frequenzausnutzung. Statt der bisher vier Kanäle pro Multiplex sollen bis zu sieben möglich sein, auch für HDTV sei DVB-T2 besser gerüstet als der Vorgänger.

Wie beim Satelliten-Pendant DVB-S2 erlaubt DVB-T2 die Kodierung des Videomaterials in dem gegenüber MPEG-2 deutlich effizienterem MPEG-4 AVC (H.264). Wie gehabt werden die Signale mittels OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplex) moduliert. Neu bei DVB-T2 ist die Verwendung der Fehlerkorrektur LDPC (Low Density Parity Check), wie sie auch bei DVB-S2 eingesetzt wird. Hinzu kommen technische Erweiterungen wie Physical Layer Pipes, Multiple-Input-Single-Output (MISO) und Rotated Constellations. Der nicht zu DVB-T abwärtskompatible neue DVB-T2-Standard soll sich durch "Future Extension Frames" erweitern lassen. Die als BlueBook A122 veröffentlichte Spezifikation wurde der ETSI zur Standardisierung übergeben.

Erste Prototypen von DVB-T2-Empfängern werden für Ende 2008 erwartet. Ob und wann DVB-T2 auch nach Deutschland kommt, steht in den Sternen. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen jedenfalls zunächst an DVB-T festhalten. Im Gespräch mit teltarif sagte ein Sprecher des Technical Innovation Office des ZDF, er rechne frühestens 2012 mit einer Umstellung, wenn es überhaupt dazu komme. Möglicherweise weckt die durch DVB-T2 in Aussicht gestellte Bandbreitenersparnis erneut das Interesse der Privatsender, die ihr Programm bisher nur in einigen Ballungsgebieten via DVB-T ausstrahlen. (vza)

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