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DVD-Player filtert "schmutzige" Szenen aus Filmen

Die US-Handelskette Wal-Mart bietet für 70 US-Dollar nun einen DVD-Player aus dem Hause RCA, der dank "ClearPlay"-Technik anstößige Inhalte ausblendet. So müssen sich besorgte Eltern nicht mehr davor fürchten, dass der Nachwuchs filmische Gewalt- oder Sexszenen zu Gesicht bekommt oder Bilder vom Genuss von Alkohol oder anderer Drogen ertragen muss. All diese Szenen überspringt der Player selbständig, zudem schaltet er bei allzu gewagten Dialogen stumm.

Die betreffenden Szenen erkennt das Gerät jedoch nicht automatisch, sondern orientiert sich an speziellen Schnittlisten auf Timecode-Basis, die folglich für jeden Film erstellt werden müssen. Diese ehrenvolle Aufgabe hat ClearPlay übernommen. Auf der Website des Unternehmens werden nicht nur alle DVDs aufgelistet, zu denen bereits eine Steuerdatei erstellt wurde, sondern man kann dort auch erfahren, was den Zuschauer bei der Originalfassung und bei der überarbeiteten Version erwartet. Wer möchte, kann übrigens auch nur die Gewalt- oder nur Sexszenen herausfiltern oder Szenen mit Drogenkonsum unterbinden lassen -- die vier Filter (violence, language, sex/nudity, explicit drug use) sind beliebig kombinierbar.

Laut Wal-Mart wird der Player mit 100 vorinstallierten Listen für "Hollywood-Hits" wie "2 Fast 2 Furious", "Daredevil", "The Hulk", "The Sixth Sense", "Titanic" und "Zoolander" ausgeliefert. Weitere Schnittlisten sollen per CD-ROM einspielbar sein, die die Handelskette nach eigenen Angaben künftig auch anbieten will. Die CD kann zudem direkt bei ClearPlay bezogen werden. ClearPlay verlangt für seine Arbeit allerdings eine monatliche Abogebühr in Höhe von fünf US-Dollar. Das Unternehmen gibt an, die Zwangssprünge und -stummschaltungen so unauffällig wie möglich halten zu wollen.

Nach US-Presseberichten läuft Hollywood bereits Sturm gegen das ClearPlay-Gerät. Bereits im September 2002 hatten die Regisseure Steven Spielberg, Martin Scorsese und Steven Soderbergh sowie andere Mitglider der Directors Guild of America (DGA) Klage eingereicht mit der Begründung, dass ClearPlay Urheberrechte verletze. Damals war das Produkt nur als Computerprogramm erhältlich. Doch auch jetzt sieht das Unternehmen den Klagen Hollywoods nach eigenen Aussagen gelassen entgegen: ClearPlay greife das Original überhaupt nicht an, sondern simuliere nur eine Fernbedienung -- und auch die müsste illegal sein, wenn es die Software wäre. (nij)

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