Daedalic: Hamburger Entwicklerstudio mit Finanzproblemen

Das Entwicklerstudio Daedalic Entertainment hat wirtschaftliche Probleme. Mehrheitseigner Bastei Lübbe nimmt eine millionenschwere Wertminderung vor.

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Screenshot aus "Deponia"

(Bild: Daedalic)

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Das Hamburger Entwicklerstudio Daedalic Entertainment ist wirtschaftlich angeschlagen. Sein Mehrheitseigner, der Verlag Bastei Lübbe, kündigte eine Wertminderung in Höhe von 12 bis 14 Millionen Euro für das Studio und sein Spieleportfolio an. Allein 5 Millionen entfallen auf den Firmenwert selbst.

Der Schritt wird unter anderem mit hohen Investitionen in eine Daedalic-Produktion begründet, die sich nicht gerechnet haben. Vermutlich ist damit das Spiel "A Year of Rain" gemeint, dessen Entwicklung Daedalic während der Early-Access-Phase eingestellt hat. Insgesamt sei das vergangene Quartal unbefriedigend gewesen, weswegen nun eine Neuausrichtung erwogen werde, berichtet das Magazin GamesWirtschaft.

Das strauchelnde Studio wirkt sich auf die Geschäftszahlen des Verlags Bastei Lübbe aus. Anstelle eines Überschusses vor Steuern von 3,5 Mio. bis 5,3 Mio. Euro wird nun ein Verlust von 6,7 Mio. bis 10,5 Mio. Euro erwartet. Der Umsatz von Bastei Lübbe beläuft sich auf rund 85 Mio. Euro.

Daedalic Entertainment hatte durch Adventure-Spiele wie "Edna bricht aus", "Shadow Tactics" und die "Deponia"-Reihe Bekanntheit erlangt und gilt als renommierter deutscher Entwickler. 90 Mitarbeiter sind an den Standorten Hamburg und München beschäftigt. Derzeit arbeitet die Spieleschmiede am Titel "The Lord of the Rings: Gollum", für den die Herr-der-Ringe-Buchlizenz erworben wurde. (mjo)