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Dänische Regierung bestreitet Erpressung durch Bill Gates

Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hat Berichte über erpresserische Drohungen durch den Microsoft-Gründer Bill Gates zurückgewiesen. Rasmussen sagte am Donnerstag in Kopenhagen, Gates habe ihm gegenüber nie mit dem Abzug von 800 Arbeitsplätzen der Microsoft-Tochter Navision gedroht. Dänische Medien hatten Anfang der Woche berichtet, dass der US- Softwarekonzern die Verlagerung der dänischen Arbeitsplätze in die USA angedroht habe, wenn die EU nicht umgehend eine Direktive zur Sicherung von Softwarepatenten umsetze.

Klaus Holse Andersen, europäischer Vizepräsident von Microsoft Business Solutions, hatte bereits zuvor betont, es habe bei dem Treffen zwar Diskussionen über Softwarepatente gegeben und Microsoft sei sehr für die Patentgesetze; es bestünden in diesem Zusammenhang aber keine Pläne zur Schließung der dänischen Navision-Site. Nach Angaben der dänischen Microsoft-Chefjuristin Marianne Wier soll Gates im Gespräch mit Rasmussen gesagt haben: "Wenn mein Entwicklungszentrum in Dänemark bleiben soll, muss die Patentfrage geklärt werden. Sonst hole ich sie in die USA, wo ich meine Rechte schützen kann."

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Vor allem kleinere und mittlere europäische Softwareproduzenten lehnen die von Microsoft gewünschte EU-Direktive ab, weil sie befürchten, dass die freie Entwicklung neuer Computerprogramme damit blockiert werden kann. Der Microsoft-Gründer und Haupteigner hatte den dänischen Software-Entwickler Navision 2002 für 12 Milliarden Kronen (1,6 Milliarden Euro) übernommen. (dpa) / (dpa) / (jk)

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