Daimler erwägt Outsourcing von großen Teilen seiner IT

Der Stuttgarter Autokonzern will sich auf Softwareentwicklung konzentrieren. Rechenzentren und die Arbeitsplatz-IT könnten an Dienstleister ausgelagert werden.

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Daimler-Mitarbeiter am Laptop: IT-Support bald vom externen Dienstleister?

(Bild: Daimler)

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Daimler erwägt, große Teile seiner IT an externe Dienstleister auszulagern. In den Bereichen Rechenzentrum, Netzwerke sowie Arbeitsplatz-IT könne man von den Skaleneffekten und der Innovationsleistung globaler IT-Unternehmen profitieren, sagte eine Sprecherin des Stuttgarter Autobauers gegenüber heise online. Daher werde geprüft, "ob wir diese Umfänge teilweise an einen externen Partner übergeben". Daimler wolle sich weiter auf Softwareentwicklung konzentrieren.

heise jobs – der IT-Stellenmarkt

Zu Arbeitsplätzen und Stellenangeboten in der IT-Branche siehe auch den Stellenmarkt auf heise online:

Der Betriebsrat erklärte auf Anfrage, dass der Konzern die Beschäftigten über die Überlegungen informiert habe. Es gehe um Hardware, Netzwerke und den User Help Desk. Ein Betriebsratssprecher betonte, das Unternehmen könne keinen Mitarbeiter zwingen, zu einem anderen Arbeitgeber zu wechseln. "Die Beschäftigungssicherung und die Transformationszusage gelten." Sollten Funktionen wegfallen, müsse das Unternehmen alternative Jobs anbieten.

Die Arbeitnehmervertreter bezeichneten die Überlegungen zur Auslagerung von IT-Bereichen als "zum jetzigen Zeitpunkt unglücklich". Der Fokus müsse auf der Sicherung von Beschäftigung liegen, und auf Überlegungen zum Aufbau von Software-Know-how durch berufliche Weiterentwicklung. Im Übrigen sei Auslagerung nicht immer die richtige wirtschaftliche Entscheidung. "Sie müssen diese Tätigkeiten ja teuer einkaufen", sagte der Betriebsratssprecher.

Zur Frage wie viele Angestellte in den genannten Bereichen arbeiten, wollten sich weder der Konzern noch der Betriebsrat äußern. In Mitarbeiterkreisen hieß es, Daimlers Chief Information Officer Jan Brecht wolle große Teile der IT mit "Tausenden Mitarbeitern" schrittweise outsourcen. Noch vor einem Jahr habe Brecht jegliche Überlegungen in diese Richtung verneint.

Daimler leidet wie die meisten anderen Autobauer massiv unter der Coronakrise und hat vor Kurzem neue Sparmaßnahmen angekündigt, allerdings explizit nicht bei Zukunftsthemen wie Elektrifizierung und Digitalisierung. (cwo)