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Daimler setzt auf Dieselmotoren und Robotertaxis

Der Autobauer Daimler will trotz der Diskussion um Fahrverbote und sinkende Nachfrage auch weiterhin Dieselmotoren entwickeln. Bei der Entwicklung selbstfahrender Autos setzt man hingegen auf neue Technik.

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Selbstfahrender Uber-Wagen

(Bild: dpa, Uber/UBER/dpa)

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Trotz Diskussionen über Fahrverbote sieht Ola Källenius, der Entwicklungsvorstand von Daimler, noch eine lange Zukunft für den Diesel. "Wir investieren weiter in unsere Verbrennungsmotoren, sowohl Otto als auch Diesel", sagte Källenius der Deutschen Presse-Agentur. Der Stuttgarter Autokonzern ist dabei, eine neue Motorengeneration auf den Markt zu bringen. "Aus heutiger Sicht gibt es keinen Grund zu sagen, es wird keine Nachfolgegeneration für diese Dieselfamilie geben."

Volvo-Chef Hakan Samuelsson hatte vergangene Woche angekündigt, nach der aktuellen Generation aus der Dieselentwicklung auszusteigen. Auch Bosch-Chef Volkmar Denner hat angedeutet, dass sinkende Diesel-Marktanteile nicht ohne Folgen für den Zulieferer bleiben würden. Källenius plagen solche Sorgen bislang nicht: "Bei Mercedes-Benz sind die Diesel-Verkäufe in Europa stabil."

Bei der Fahrzeugentwicklung setzt man bei Daimler auf das fahrerlose Auto. Källenius sieht Roboterwagen schon in wenigen Jahren in Städten herumfahren. "Zwischen 2020 und 2025 kann es Robotertaxis in Städten geben", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die Stadt ist zwar ein hochkomplexes Gebilde, aber mit niedrigen Geschwindigkeiten geht das." Man arbeite für einige Städte derzeit an so detaillierten Karten, dass man bald in die Umsetzung gehen könne. Daimler hatte 2015 mit BMW und Audi den Kartendienst Here gekauft.

Daimler entwickele derzeit Autos für Level vier und Level fünf des autonomen Fahrens, so Källenius weiter. Bei letzterem soll sich der Fahrer vollständig zurückziehen können. "In den nächsten drei bis vier Jahren werden wir diese Technologien für kommerzielle Nutzung auf die Straße bringen", sagt er. "Das wird bis dahin gesetzlich hoffentlich möglich sein in Deutschland und in anderen Ländern. Die ersten rechtlichen Voraussetzungen liegen ja vor."

Damit nimmt auch ein anderer Plan Form an: Daimler hatte eine Absichtserklärung für eine Kooperation mit dem Mitfahrdienst Uber unterschrieben, nach der der Autobauer in einigen Jahren Roboterautos über die Plattform anbieten kann. Uber erprobt seit vergangenem Jahr schon Roboterwagen-Fahrten unter anderem mit Volvo-Modellen in Pittsburgh. Allerdings ist immer ein Fahrer an Bord. Nach einem Unfall waren sie im Frühjahr kurz unterbrochen worden. (mit Material der dpa) / (uma)

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