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Daimler und BMW auf dem Weg zum gemeinsamen Carsharing

BMW und Daimler eröffnen ihre gemeinsame Carsharing-Plattform. Für Millionen Kunden ändert sich einiges.

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Daimler und BMW auf dem Weg zum gemeinsamen Carsharing

Daimler- und BMW-Autos einträchtig vor dem Berliner Olympiastadion.

(Bild: daimler.com)

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Als Autohersteller sind Daimler und BMW Konkurrenten – aber im rasant wachsenden Geschäft mit Carsharing und Mobilitätsdiensten tun sie sich jetzt zusammen. Details wollen die beiden Konzernchefs erst an diesem Freitag in Berlin vorstellen, aber klar ist: Millionen Großstädter sollen Mietauto und Taxi, U-Bahn- und Parkticket per Fingertipp bald auf einer einzigen, gemeinsamen Smartphone-App bekommen, alles vernetzt aus einer Hand. Gut für die Kunden, gut für die beiden Unternehmen, sagen Branchenexperten.

"Der Kunde will einfach bequem und schnell durch die Stadt kommen. Er will nicht 15 Apps haben", sagt Juergen Reiner, Partner in der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Bislang gibt es viele konkurrierende Angebote, aber oft mit großen Lücken. Denn es ist teuer, eine Carsharing-Flotte aufzubauen und zu betreiben.

"Entscheidend ist, viele Kunden anzusprechen, ihnen in ihrer Stadt genug Autos anzubieten, so dass sie nicht lange suchen und warten müssen", sagt Reiner. "Dann kann die Flotte vor Ort gut ausgelastet und profitabel werden."

Zusammen bieten Car2Go und DriveNow, die beiden Carsharing-Dienste von Daimler und BMW, derzeit weltweit 20.000 Autos an und kommen auf etwas mehr als vier Millionen Kunden. Aber die Konzerne haben große Pläne. "Unsere Vision ist es, gemeinsam einen global bedeutenden Player für nahtlos und intelligent vernetzte Mobilitätsdienstleistungen zu schaffen", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Mit allen Taxi-, Mitfahr-, Park- und Ladediensten hat die neue Tochter insgesamt 40 Millionen Kunden.

Der chinesische Fahrdienstleister Didi macht allerdings heute schon mit einer halben Milliarde Kunden Geschäfte. Für viele junge Menschen in Metropolen ergibt der Kauf eines eigenen Autos keinen Sinn mehr. Internetkonzerne erwägen, Menschen kostenlos in autonomen Taxis zu befördern, damit sie unterwegs Unterhaltung kaufen oder Waren bestellen. Die Unternehmensberatung PwC schätzt, dass das Marktvolumen von Mobilitätsdiensten in Europa bis 2030 von heute 25 Milliarden auf 450 Milliarden US-Dollar (398 Milliarden Euro) steigen wird. Weltweit entstehe gerade ein Markt von 1,4 Billionen Dollar.

Die deutsche Autoindustrie will aber nicht eines Tages zum bloßen Zulieferer für Uber, Didi oder andere Internetgiganten werden. VW baut den Sammeltaxidienst Moia auf und will in Kürze ein eigenes Carsharing mit Elektroautos starten, Toyota und Ford planen gemeinsam, GM arbeitet daran. Unzählige Start-ups versuchen sich mit neuen kundennahen Angeboten auf dem Markt.