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Technology Review

Daniel Domscheit-Berg: Openleaks lebt noch

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Die Whistleblower-Plattform Openleaks ist trotz anderslautender Berichte nicht eingestellt. Das sagte Gründer Daniel Domscheit-Berg in einem Interview mit Technology Review. "Wir sind in den letzten Monaten leider mit anderen, komplementären Projekten beschäftigt gewesen. Da blieb ein bisschen was auf der Strecke, aktuell unter anderem die Erreichbarkeit der Website", erklärte der ehemalige Wikileaks-Sprecher, der die Plattform von Julian Assange nach einem Streit im September 2010 verlassen hatte.

Die Arbeit am Openleaks-Projekt werde weiter fortgesetzt, allerdings habe man sich mittlerweile entschlossen, das Projekt durchzuziehen, "ohne die Öffentlichkeit groß einzubinden", meinte Domscheit-Berg. "Das ganze Drama, das sich in den letzten Jahren immer mal wieder entladen hat, war nicht nur unproduktiv, es demotivierte auch stark." Der Openleaks-Gründer, dessen Frau Anke sich um ein Bundestagsmandat für die Piratenpartei bewirbt, war nach einem Eklat auf dem CCC Camp 2011 kurzzeitig aus dem Chaos Computer Club ausgeschlossen worden.

Man setze nun etwas um, woran das Team hinter Openleaks glaube, sagte Domscheit-Berg. "Wir haben uns entschlossen, das Spielchen mit der öffentlichen Meinung zu unserer Arbeit nicht mehr mitzuspielen. The winning move is not to play." Man konzentriere sich auf seine Unabhängigkeit und "die Arbeit an der Sache".

Openleaks will nach wie vor Medien dabei unterstützen, eigene sichere Whistleblower-Plattformen zu entwickeln. "Wir sind immer noch aktiv dabei, mit unserem Know-how zu unterstützen, wo wir können." Die Welt brauche "viele solcher Plattformen", die auf "möglichst robusten Beinen" stünden. "Dies wird nicht gelingen, wenn man da auf eine One-size-fits-all-Lösung vertraut, sondern kann nur funktionieren, wenn wir alle zusammenarbeiten."

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