Menü

Dank Knochenschall: Kickstarter-Ring ORII macht Finger zum Smartphone

ORII ist ein smarter Ring, der per Knochenschallleitung und Mikrofonen den eigenen Finger zum Telefon machen soll. Das Gadget ist per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und informiert durch LEDs und Vibration über Anrufe und andere Benachrichtigungen.

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 96 Beiträge
Kickstarter-Ring ORII macht Finger zum Smartphone

Mit dem smarten Ring-Gadget ORII vom chinesischen Startup Origami Labs soll man den eigenen Finger zum Telefon machen können. Der Ring verbindet sich dafür via Bluetooth mit Smartphones und verwendet Knochenschallleittechnik, um durch Vibrationen erzeugte Töne direkt ins Ohr zu leiten. Dafür muss man sich den ORII tragenden Finger demnach einfach nur ans Ohr halten. Dank zwei verbauter Noise-Canceling-Mikrofone soll man dann "über" den Finger telefonieren können.

ORII soll sich besonders zum Telefonieren in lauter Umgebung eignen. Per Knochenschallleitung übertragene Töne kommen im Ohr an, ohne von Außengeräuschen gestört oder verfälscht zu werden. Hierfür wird nur ein kleiner Vibrations-Motor benötigt – auf Lautsprecher verzichtet ORII komplett. Die Störschall unterdrückenden Mikrofonen sollen dafür sorgen, dass auch ausgehende Gespräche – oder etwa Kommunikation mit Sprachassistenten – gut verständlich sind.

Mit dem Finger telefonieren – Knochenschallleitung sei Dank.

(Bild: Origami Labs)

Knochenschallleitung ist eine in vielen Bluethooth-Headsets oder auch Hörgeräten bereits häufig eingesetzte Technik. Diese Geräte sitzen zwar direkt am oder im Ohr, nutzen aber oft dennoch die auch "bone conduction" genannte Technik, um Störgeräuschen von außen vorzubeugen. Auch hier wird kein tatsächlicher Lautsprecher, sondern nur ein Vibrations-Motor benötigt, um Töne direkt ins Ohr zu leiten – das spart Platz und macht die Geräte kleiner. Außerdem dringen bei Knochenschallleitung auch keinerlei Töne nach außen, was für Privatsphäre sorgt und Lärmverschmutzung vermeidet.

Auch abseits von Headsets kam die Technik etwa schon im Sgnl genannten Smartwatch-Armband zum Einsatz. Dieses Konzept ist ORII sehr ähnlich, muss jedoch einen längeren Weg zurücklegen – vom Handgelenk, durch die Knochen der Hand, durch den Finger ins Ohr. Das funktioniert zwar, vermindert die Tonqualität jedoch durch den langen Weg. ORII muss dagegen nur vom Finger ins Ohr vibrieren.

ORII will aber mehr sein als nur simples Telefon-Zubehör. Neben den naheliegenden Telefonie-Funktionen soll der Ring auch als direkte Verbindung zu Sprachassistenten wie Apples Siri oder Googles Assistant dienen – ohne dass dafür das Smartphone aus der Tasche geholt werden muss. Einfach den Assistenten per Knopfdruck aufwecken, Finger ans Ohr halten und ansagen, was man möchte. Der Knopfdruck findet über einen gut versteckten CapSense-Touch-Button statt, der auf kurze einzelne, doppelte sowie längere Drücke reagiert. Darüber hinaus ist auch eine LED verbaut, die in verschiedenen Farben blinken und so über Ereignisse benachrichtigen kann. Vibrationen sollen den farbigen Benachrichtigungen den nötigen Nachdruck verleihen.

ORIIs Design ist auf Alltagstauglichkeit ausgelegt. Zwar ist das Gadget für einen Ring eher klobig, allerdings nimmt die Technik in Anbetracht des Funktionsumfangs recht wenig Platz ein. Darüber hinaus ist das Gerät spritzwasserfest. Der Akku soll laut Hersteller für bis zu 45 Stunden Laufzeit im Standby reichen – allerdings nur höchstens anderthalb Stunden, wenn man aktiv telefoniert. Dafür ist ORII weniger für lange Gespräche, sondern eher für viele kurze Interaktionen mit Kontakten oder den Sprachassistenten konzipiert.

Das Projekt läuft noch bis zum 17. August auf Kickstarter und ist bereits erfolgreich finanziert. Ab 119 US-Dollar kann man sich einen der ORII-Ringe zum Early-Bird-Preis zulegen. Stretch-Goals umfassen unter anderen weitere Farben – bisher stehen Rot, Silber, Mattschwarz und Metallicgrau zur Wahl – sowie eine portable Ladestation-Powerbank-Kombo, mit der sich der Ring auch unterwegs wieder aufladen lässt. Die Auslieferung soll laut Produktionsplan im Februar 2018 erfolgen – wer 280 US-Dollar mehr für eine Beta-Version des Rings bezahlt, soll ORII bereits im November 2017 bekommen. (jube)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige