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Dank Tochter-Firma: Facebook analysiert Nutzungsdaten der Konkurrenz

Dank einer vor einigen Jahren übernommenen Firma haben Facebook-Mitarbeiter einem Bericht zufolge Zugriff auf wertvolle Nutzungsdaten anderer App-Anbieter. So kann der Konzern die Konkurrenz analysieren und sich diese vom Leib halten.

Dank Tochter-Firma: Facebook analysiert Nutzungsdaten der Konkurrenz

Dank den Daten einer Tochterfirma kann Facebook wichtige Einblicke in die Apps der Konkurrenz bekommen und darauf reagieren. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mehr als ein Dutzend Eingeweihte. Demnach greifen Facebook-Mitarbeiter dafür auf Daten der Tochterfirma Onavo zu, die im Herbst 2013 von dem Social-Media-Giganten gekauft worden war. Onavo bietet die App Onavo Protect an, die den Traffic des Mobilgeräts durch ein VPN schleust und auf Sicherheitsgefahren hin analysiert. Dabei werden die Daten der Millionen Nutzer durch Server von Onavo geleitet, was Mitarbeitern bei Facebook eine genaue Analyse ermöglicht.

Die US-Zeitung gibt auch ein Beispiel, wie derartige Daten für Facebook sinnvoll sind. So habe man bei dem US-Konzern rasch mitbekommen, wie sich das Wachstum der Nutzerzahl von Snapchat verlangsamte, nachdem die Facebook-Tochter Instagram eigene Stories einführte. Snapchat selbst hatte erst im Februar 2017 auf diese Probleme hingewiesen. Bei Facebook dürfte man so aber schon deutlich früher zu dem Schluss gekommen sein, dass Snapchat als Konkurrenz nicht mehr ganz so gefährlich war. In ähnlicher Weise könnte Facebook dank der Daten von Onavo frühzeitig auf andere Konkurrenten aufmerksam werden und dann deren Funktionen kopieren, oder die Anbieter gleich direkt kaufen.

Dieses Vorgehen macht deutlich, wie Facebook sich inzwischen allzu erfolgreiche Konkurrenten vom Leib halten kann. Ob es aber legal ist, sei zumindest fraglich, zitiert das Wall Street Journal die Einschätzung eines Anwalts. So könnte eine derartige Nutzung der Daten von Onavo durch Facebook gegen die Nutzungsbestimmungen von Apple verstoßen. Denn Entwicklern sei in iOS nur erlaubt, Nutzungsdaten zur Verbesserung eines Services oder einer Funktion zu verwenden, die direkt für die App relevant sind, die die Daten sammelt. Die einzige Ausnahme sei die Nutzung für Werbung. Wenn die Daten aber bei Facebook ausgewertet werden, helfe das einem anderen Dienst und schade das aufgrund eines verminderten Wettbewerbs eventuell sogar den Nutzern. (mho)

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